Corona-Impfung wird injiziert (Foto: SR)

Erste Praxen hören auf zu impfen

  16.06.2021 | 16:30 Uhr

Seit Anfang April wird auch in Haus- und Facharzt-Praxen gegen Corona geimpft. Doch die Versorgung der Praxen mit Impfstoff funktioniert nicht gut. Das veranlasst erste Praxen dazu, das Impfen wieder einzustellen. Auch im Saarland.

Seit auch in Arztpraxen gegen Corona geimpft wird, hat der Anteil an Geimpften in der Bevölkerung deutlich zugenommen. Für die Arztpraxen bedeutet das Impfangebot jedoch, dass sie neben allem anderen noch eine umfangreiche Organisationsarbeit leisten müssen.

Wenn dann aber die Impfstoff-Lieferungen unzuverlässig sind, erhöht sich der Organisationsaufwand noch mehr, und damit steigt auch der Frust bei den Praxis-Mitarbeitern, erklärt Dr. Michael Kulas vom Saarländischen Hausärzteverband.

Zu wenig Impfstoff

Die Versorgung der Praxen mit Impfstoff läuft folgendermaßen ab: Bis Dienstagmittag muss die Praxis den Impfstoff bestellen, den sie in der folgenden Woche braucht. Donnerstags, bzw. wenn der ein Feiertag ist, erst freitags erhält die Praxis Bescheid, wie viel Impfstoff sie wirklich bekommen kann. Und wenn der Impfstoff dann montags geliefert wird, ist trotzdem nicht sicher, dass es auch die zugesagte Menge ist. Wenn die Lieferung dann zu gering ausfällt, müssen, zum Ärger aller, die Impftermine der Patienten noch mal abgesagt oder verschoben werden.

Zu viel Ärger

Auf diese Weise geht in vielen Praxen langsam der Einsatzwille verloren. Und da man, so Kulas, davon ausgeht, dass sich an diesem Ablauf auch in den kommenden Wochen nichts ändern wird, geben manche Praxen inzwischen genervt wieder auf und stellen das Impfen ein.

Dr. Michael Kulas vom Saarländischen Hausärzteverband war im SR 1-Interview zu Gast.
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Dr. Michael Kulas vom Saarländischen Hausärzteverband war im SR 1-Interview zu Gast.


Auch Thema auf SR 1 am 16.06.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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