Hundewelpen (Foto: SR)

Worauf man beim Hundekauf achten sollte

  17.02.2021 | 13:21 Uhr

In der Coronazeit ist bei vielen der Wunsch nach einem Hund größer geworden. Davon profitiert auch der illegale Handel mit Welpen. Daher sollte man auf bestimmte Anzeichen achten, die darauf schließen lassen, dass man es wohl mit unseriösen Händlern zu tun hat.

Ein Hund ist ein treuer Begleiter. Gerade jetzt in der Pandemie, in der wir unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren, kann er vielen über die Einsamkeit hinweg helfen. Deshalb hat auch die Zahl derer stark zugenommen, die sich jetzt einen Hund zulegen wollen. Abgesehen davon, dass man es sich grundsätzlich gut überlegen sollte, ob man die Verantwortung für ein solches Tier für viele Jahre übernehmen kann, sollte man auch gut überlegen, wo man zum Beispiel einen Welpen kaufen möchte.

Illegaler Welpenhandel nimmt zu

Die Nachfrage bei Züchtern und auch bei den Tierheimen ist deutlich gestiegen. Das versuchen illegale Händler für sich zu nutzen. Das saarländische Veterinäramt hat im vergangenen Jahr mehr Fälle von illegalem Welpenverkauf registriert als noch im Jahr davor. 2019 waren es lediglich zwei Fälle, bei denen illegale Händler aufgeflogen sind, 2020 waren es schon sieben Fälle.

Illegaler Welpenhandel: Ohne Papiere, ohne Impfung
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Illegaler Welpenhandel: Ohne Papiere, ohne Impfung
Als Welpe kam der Shih Tzu "Lucky" in das Haus einer Saarländerin. Bereits am ersten Abend zeigte er Symptome einer Viruserkrankung.

Bei solchen Händlern werden die Welpen meist viel zu früh von ihrer Mutter getrennt, dann illegal, vor allem aus Osteuropa, hierher gebracht, ohne die notwendigen Impfungen, ohne Papiere. Oft stellt sich auch heraus, dass die Tiere krank sind; einige sterben sogar.

Unseriöse Händler erkennen

Bei ihrer Welpen-Suche landen viele Interessenten auf Verkaufsplattformen im Internet bei vermeintlich seriösen Verkäufern. Verdächtig wird die Sache allerdings, so das Veterinäramt,

- wenn man die Hundemutter und ihren Wurf nicht sehen darf

- wenn die Übergabe des Tieres irgendwo draußen stattfinden soll

- wenn der Verkäufer nicht alle Papiere wie z.B. einen Impfpass für das Tier dabei hat

Illegaler Welpenhandel nimmt zu
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Illegaler Welpenhandel nimmt zu
Immer mehr Menschen wünschen sich ein Haustier. Das beflügelt offenbar auch den Handel mit Welpen aus illegaler Zucht.

Oft wird zum Beispiel eine Corona-Erkrankung eines Familienmitgliedes als Ausrede dafür benutzt, warum man nicht in die Wohnung zum Wurf darf und warum der Welpe vor dem Haus oder an irgendeinem Ort draußen übergeben werden soll. Wenn der Verkäufer dann auch keine Papiere mitbringt, weil er sie angeblich in der Wohnung hat liegen lassen, sie aber nachschicken will, dann ist höchste Vorsicht geboten.

Richtig reagieren

Wer auf diese oder andere Weise beim Hundekauf das Gefühl hat, dass irgendetwas nicht stimmt, sollte auf keinen Fall das Tier kaufen. Auch nicht aus Mitleid. Stattdessen sollte man möglichst viele Informationen über den Verkäufer notieren, wie sein Autokennzeichen zum Beispiel, und dann die Polizei oder das zuständige Veterinäramt informieren. Damit der illegale Händler im Nachgang noch ermittelt und die Welpen in Sicherheit gebracht werden können. Niemand muss dabei Konsequenzen befürchten: Der Kauf eines solchen Tieres ist nicht strafbar.


Auch Thema auf SR 1 am 17.02.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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