Wahrnehmung (Foto: Pixabay/AndyFaeth)

Einblicke in die paranormale Welt

  18.11.2021 | 00:00 Uhr

Als Zuschauer wissen wir, dass die Geister im ‚Ghostbusters‘-Film nicht existieren, sondern im Computer entstanden sind. Aber das bedeutet ja noch nicht, dass es keine Geister gibt und nirgends spukt. Zumindest gibt es eine Reihe von Leuten, die von geisterhaften Erlebnissen wie außersinnlichen Wahrnehmungen oder paranormalen Phänomenen berichten können. Und es gibt Psychologen, die sich mit damit genauer befassen.

Dipl.-Psychologe Eberhard Bauer nimmt die Schilderungen von Menschen mit ungewöhnlichen Erfahrungen ernst; er forscht dazu am Freiburger Institut für Grenzgebiete und Psychohygiene (IGPP). Hier beschäftigt man sich unter anderem mit bisher unzureichend verstandenen Phänomenen, außergewöhnlichen Erfahrungen, auch paranormalen, mit veränderten Bewusstseinszuständen, Wahrnehmungsanomalien u.a.m.

Von Geistern, Übersinnlichem und Wahrträumen
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Von Geistern, Übersinnlichem und Wahrträumen

Bauer geht die Sache von der psychologischen Seite her an. So gibt es zum Beispiel Menschen, die glauben, bestimmte Fähigkeiten zu besitzen, andere halten sich für ein besonderes Medium, das zum Beispiel Kontakte mit dem Jenseits herstellen kann. Wieder andere glauben, in ihren Träumen die Zukunft vorherzusehen.

„Unsere Aufgabe besteht darin, Menschen zu helfen, diese Erfahrungen besser zu verstehen, erklärt Bauer. Wahrträume untersucht er zum Beispiel, indem die Träume schriftlich festgehalten und gesammelt werden. In bestimmten Abständen wird dann nachgeprüft, ob sie einer späteren Realsituation entsprechen. Was gar nicht so einfach ist, denn die Träume müssen symbolisch interpretiert werden. „Aber es gibt eine Reihe von Träumen“, so Bauer, „wo diese Übereinstimmungen so markant sind, dass man sagt, das kann nicht nur reiner Zufall sein.“

Woher solche Phänomene und Grenzerfahren kommen, kann man derzeit noch nicht genau erklären. „Diese paranormalen Phänomene existieren als Erfahrungstatsachen von vielen Menschen“, erklärt Bauer, „allerdings gibt es keine Theorie oder keine Modelle, die sozusagen das ganze Spektrum der Phänomene befriedigend abdecken.“ Aber die Wissenschaft sei ja ein „offenes System“, so Bauer. Sie entwickelt sich weiter. Und so hat sie noch eine Aufgabe, „die vermutlich noch mehr als 100 Jahre dauern wird.“


Auch Thema auf SR 1 am 18.11.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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