Ein Hund frisst eine Möhre (Foto: dpa/Bernd Settnik)

Gesundes für den Hund

Lena Schmidtke   30.09.2021 | 13:44 Uhr

Auch Hunde können Lebensmittelunverträglichkeiten haben. Dabei ist es wichtig, auf Gesundes und Bekömmliches im Napf zu achten.

„Wir haben hier das High Energy, da ist Schaf drin mit Amarant, Apfel, Banane und Karotte. Hirsch ist mit Haferflocke, Pastinake und Birne. Vom Rind gibt’s Buchweizen, Brokkoli, Rote-Beete oder Haferflocken, Spinat, Apfel und Kurkuma.“

Es klingt wie im Gourmet-Restaurant, was Nina Reiber in ihrem Geschäft „Bunterhund - Tierbedarf“ in Saarbrücken anbietet. Hier ist Hundefutter an Hundefutter in großen Regalen fein säuberlich aufgereiht - mit Gemüse!

„Der Hund wird zwar als Karnivore bezeichnet, nimmt aber über den Magen des Beutetiers Zusatzstoffe und Pflanzenstoffe auf. Und darüber können wir ihm eine optimale Ernährung bieten. Nur mit Fleisch wäre es nicht getan.“

Jede Vorliebe wird bedient

Die gelernte Tierarzthelferin weiß: Genau wie wir will auch der Hund ausgewogen ernährt werden, nur dann ist er gesund. Deswegen gibt es in ihrem Laden für jede Hundevorliebe etwas – und für jede Unverträglichkeit.

Futtermittelallergie bei Hunden
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Futtermittelallergie bei Hunden

"Hunde können allergisch reagieren, meistens auf Futterbestandteile.“ Tierarzthelferin Stefanie Andres ist in der Tierarztpraxis Christian Wolf in Heusweiler für den Bereich Tierernährung zuständig. Oft kommen ihr unter: Unverträglichkeit gegen Huhn, Rind oder Lachs, aber auch gegen Weizen, Milch oder Reis.

Entzündungen können folgen

Und es gibt auch Extremfälle: „Ich hab bei meiner Hündin wirklich den ´Glücksgriff´ in puncto Allergie gezogen. Die ist auf so viel allergisch. Momentan bekommt sie nur Büffel und Süßkartoffel.“ Sonst geht nichts! Bei ihrer Hündin hat sich die Allergie durch eine ständige Ohrentzündung bemerkbar gemacht. Auch eine Analdrüsenentzündung, Hautprobleme, Juckreiz und Blähungen oder Durchfall können Anzeichen dafür sein.

„Viele nehmen hin, dass der Hund viel pupst. Das ist nicht normal. Wir sollten ja auch nicht immer pupsen. Wenn der Hund immer am Pupsen ist und ich ihn aus dem Wohnzimmer schmeißen muss, sollte ich hellhörig werden und das abklären.“

Allergietest gibt Aufschluss

Ein Allergietest beim Tierarzt zeigt dann schnell: das verträgt mein Hund und das nicht. Und dann? Wenn der Hund zum Beispiel allergisch gegen Rind ist, muss das komplett aus der Ernährung gestrichen werden. „Man sollte sich auf der Verpackung die Deklaration angucken. Dass da kein Rind drin ist. Ganz oft steht dann vorne drauf: mit Huhn und hinten drauf steht Rind ein Prozent. Und das kann schon zu viel sein.“

Dann lieber Spezialfutter

Unbemerkte oder unbeachtete Lebensmittelunverträglichkeiten können etwa in chronische Ohrentzündungen münden. Das ist unangenehm für den Hund und teuer für den Besitzer. Dann lieber zum Spezialfutter greifen. Büffel und Süßkartoffel wie es Stefanie Andres Hündin braucht, gibt es nicht im Discounter – das wird vom Tierarzt verschrieben oder kann in Spezialgeschäften wie dem von Nina Reiber gekauft werden: „Ich finde Känguru ist wahrscheinlich das Außergewöhnlichste… ansonsten Euter, geschnittenes Herz oder gewolftes Herz. Es gibt eigentlich nichts, was wir nicht besorgen könnten.“

Spezialthema: Barfen

„Wir sind hier in der Futterhalle mit unserem Frostfleischsortiment. Wir haben da einzelne Organe: Leber, Niere, Milz, Pansen, Blättermagen und so weiter vom Rind. Das gleiche vom Lamm und vom Pferd. Kaninchen, Wild und Känguru – haben wir weniger, aber bieten wir an.“ Das Barf-Fleisch muss vor dem Füttern aufgetaut werden.

„Natürlich kann man die Zutaten verkochen, viele Hunde vertragen das auch besser. Und man ist beim Garen auf der sicheren Seite, dass keine gefährliche Stoffe enthalten sind. Beim Auftauen können sich Toxine bilden.“

Gut informieren

Deswegen ihr Credo: Wer barfen will, muss sich vorher gut mit dem Thema beschäftigen. „Barfen ist ne Wissenschaft für sich“, sagt auch Stefanie Andres von der Tierarztpraxis Christian Wolf in Heusweiler. „Man muss drauf achten, dass Vitamin- und Mineralienhaushalt optimal sind, dass das Fleisch frisch ist. Man muss sich intensiv damit beschäftigen und den Hund regelmäßig beim Tierarzt testen lassen, ob die Nährstoffe stimmen.“

Auch Nina Reiber empfiehlt unbedingt einen Ernährungsplan vom Experten, damit der Hund alle notwendigen Nährstoffe bekommt. Denn auch Gemüse oder Kohlenhydrate wie Haferflocken sollten dazu gefüttert werden. „Und wenn man umstellen möchte, dann langsam beginnen und den Verdauungsapparat daran gewöhnen, diese Art der Nahrung aufzunehmen.“

Mehr Arbeit, dafür gesündere Tiere

Das bedeutet viel Arbeit für Hundehalter – die aber viele gerne in Kauf nehmen. Nina Reiber weiß aus Gesprächen, dass viele Hundehalter wegen der chemischen Stoffen im abgepacktem Futter auf das Barfen umsteigen. „Oft ist das Ergebnis so, dass man den Hunden das schon ansieht: schöneres Fell, weniger Körpereigengeruch, schönerer, kleinerer Haufen. Weniger Blähungen und einfach ne bessere Verdauung.“

Thema in der Sendung SR 1 'Dein Vormittag im Saarland' am 30.09.2021.

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