Homeoffice Arbeitsplatz (Foto: Pixabay / Bellahu123)

Mehr Homeoffice ermöglichen

  20.01.2021 | 21:09 Uhr

Schon beim ersten Lockdown im vergangenen Jahr sind viele Arbeitnehmer auf Homeoffice umgestiegen. Jetzt haben Bund und Länder beschlossen, dass Arbeitgeber das Arbeiten von Zuhause aus anbieten müssen, wenn keine zwingenden Gründe dagegensprechen.

Jeden Morgen mit Bus und Bahn zur Arbeit, dann im Großraumbüro sitzen - das ist in der Pandemie nicht so gut. Deshalb soll es noch mehr Homeoffice geben, damit noch mehr Arbeitnehmer zuhause bleiben und direkte Kontakte vermeiden können. Deshalb haben Bund und Länder beschlossen, dass Arbeitgeber Homeoffice anbieten müssen, wo das geht.

Im Saarland haben viele Betriebe und Verwaltungen ihren Arbeitnehmern bereits Homeoffice ermöglicht. Dennoch gebe es noch 'Luft nach oben', so Eugen Roth vom Deutschen Gewerkschaftsbund DGB Saar. Teilweise fehle es noch an der nötigen Ausrüstung mit Hardware, ordentlichen Laptops und ordentlichen Programmen.

Arbeitgeber müssen mobiles Arbeiten ermöglichen
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Arbeitgeber müssen mobiles Arbeiten ermöglichen

Um die richtige Ausrüstung ging es am 20. Januar 2021 auch bei einem Homeoffice-Gipfel Saarland, bei dem sich Unternehmen, Gewerkschaften und Wirtschaftsministerium ausgetauscht haben. In Zukunft soll es einfacher werden, Laptops und Software steuerlich abzuschreiben, verspricht SPD-Wirtschaftsministerin Rehlinger: "Das ist ein wichtiges Signal für die Unternehmen, denn das Geld, das jetzt ausgegeben wird, kann erstens damit abgesetzt werden, und es ist kein verlorenes Geld, denn das ist investieren in die Zukunft. Denn wir werden auch nach der Pandemie über Homeoffice, mobiles Arbeiten und alles, was dazu gehört, sicherlich noch zu diskutieren haben."

Ein anderes Problem: ein Entgleiten der Arbeitszeiten. Viele arbeiten zuhause zu viel, sagt Eugen Roth, "weil Reisezeiten wegfallen, weil mal schnell abends noch eine kleine Schalte draufgesattelt wird. Und das ist dann leider nicht mehr die Ausnahme."

Und ganz wichtig: Der Datenschutz muss auch beim Homeoffice sichergestellt sein, betont Frank Thomé, Hauptgeschäftsführer der IHK im Saarland: "Wenn ich an Krankenkassen beispielsweise denke, wenn ich an Personalabteilungen, auch in der Industrie, in allen Unternehmen denke, das sind hochsensible Daten, auf die ich dann auch von zuhause Zugriff hätte. Hier muss sichergestellt werden, dass der Datenschutz gewährleistet ist."

Ob Arbeitgeber jetzt wirklich mehr Homeoffice anbieten, soll im Saarland zunächst nicht kontrolliert werden. Dafür wäre das Umweltministerium zuständig, das sich auch um Arbeitsschutz kümmert. Doch stattdessen will man erst einmal Unternehmen beraten, wie sie Homeoffice umsetzen können.

Weitere Informationen

Video [aktueller bericht, 20.01.2021, Länge: 3:26 Min.]
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Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat online zum Homeoffice-Gipfel geladen. Sie will private Unternehmen und öffentliche Verwaltungen motivieren, Homeoffice anzubieten.


Hans: Keine Homeoffice-Pflicht, aber Kontrollen
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Hans: Keine Homeoffice-Pflicht, aber Kontrollen
Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans will keine Homeoffice-Pflicht. Allerdings soll es mehr Kontrollen geben, wo ein Arbeiten im Homeoffice grundsätzlich möglich ist. Außerdem sollen die Kita-Gebühren auch im Februar übernommen werden.



Auch Thema auf SR 1 am 20.01.2021 in der Sendung 'Stand der Dinge' und am 21.01.2021 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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