an der Tankstelle (Foto: pixabay/andreas160578)

Kraftstoffpreise auf Höhenflug

  13.09.2018 | 06:48 Uhr

Wer an der Tankstelle jetzt den Geldbeutel zückt, dem kann die Rechnung schon mal Tränen ins Gesicht treiben. Denn die Kraftstoffpreise sind derzeit so hoch wie lange nicht mehr. So kostete laut ADAC Anfang der Woche beispielsweise ein Liter Super E10 erstmals seit 2014 wieder 1,50 Euro. Woran liegt das?

Die Grundpreise für Benzin, Diesel, Heizöl werden in Rotterdam festgelegt, wo die großen Raffineriecentren sind, erklärt Reiner Wiek vom Energieinformationsdienst EID. Dort sind diese Produkte derzeit teuer, weil auch das Rohöl am internationalen Markt teuer ist.

Höhere Transportkosten

Spritpreise auf Höhenflug
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Spritpreise auf Höhenflug
SR 1-Moderatoren Kerstin Mark und Christian Balser sind den hohen Preisen auf den Grund gegangen.

Zu diesen Preisen kommen dann noch die Transportkosten hinzu. Die sind derzeit höher, weil der Transport durch den trockenen Sommer schwieriger geworden ist. Denn die Kraftstoffe werden per Schiff über den Rhein und dessen Nebenflüsse in die deutschen Regionen gebracht, so Wiek. Dieser Transport wird aber durch das Niedrigwasser der Flüsse erschwert. Das sorgt unter Umständen auch für Engpässe in den Tanklagern. Und das lässt wieder den Preis steigen.

Die Bundesländer entlang des Rheins sind daher besonders betroffen; je weiter es nach Süden und Südwesten geht, desto teuerer wird es, so Wiek. Die Regionen im Norden haben es dagegen besser: Hier ist die Versorgung teilweise durch Tiefwasserhäfen und über Pipelines sichergestellt.

Wenig Spielraum für Lockangebote

Viele Autofahrer weichen in solchen Zeiten auf freie Tankstellen aus. Die können günstiger sein als die großen Markentankstellen, da sie geringere Kosten haben, weil sie zum Beispiel weniger Marketing betreiben. Dennoch ist ihr Spielraum gering, da die Gewinnmargen in Deutschland nicht so hoch sind, dass man die Konkurrenz deutlich unterbieten könnte. Das ließe sich dann auch nicht über die Menge ausgleichen, so Wiek.

Kaum Aussicht auf Besserung

Schließlich wirken sich auch politische Entscheidungen und Konflikte auf den Preis aus. So sorgt unter anderem der Streit zwischen den USA und dem Iran für Aufregung, die den Ölpreis nach oben treibt. Und das kann sich noch verstärken, wenn weitere Sanktionen der USA gegen den Iran wirksam werden und der kein Öl mehr für den Weltmarkt liefern kann, erklärt Wiek. Sein Fazit: "Momentan spricht wenig dafür, dass die Preise am internationalen Markt sinken werden."

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Sprit im Saarland am teuersten
Wer sein Auto derzeit volltanken will, muss im Saarland besonders tief in die Tasche greifen. Laut einer Auswertung des ADAC sind Diesel und Super E10 hierzulande wesentlich teurer als in anderen Bundesländern. Pro Tankfüllung kann das bis zu fünf Euro ausmachen.


Ratgeber
Günstiger Tanken
Noch tut es nicht richtig weh, aber tanken ist teurer geworden. Im Durchschnitt 10 Cent mehr als 2016 kostet ein Liter Superbenzin. Bei Diesel sind es durchschnittlich sogar 15 Cent pro Liter. Wie kann man Spritkosten sparen?



Auch Thema auf SR 1 am 13.09.2018 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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