Die Kinder der toten Stadt - Musikdrama gegen das Vergessen (Foto: Record Jet Soulfood)

Die Kinder der toten Stadt - Musikdrama gegen das Vergessen

  23.07.2018 | 19:00 Uhr

Gepflegte Hausfassaden, blühende Grünanlagen, eine Schule, eine Restaurantterasse.... so hat es - zumindest auf den ersten Blick - 1944 im Ort Theresienstadt in Tschechien ausgesehen. Theresienstadt ist allerdings ein jüdisches Ghetto gewesen - und die Station vor der Endstation Konzentrationslager. Genau darum geht es in einem neuen Musik-Hörspiel mit dem Titel 'Die Kinder der Toten Stadt'.

Theresienstadt war damals nämlich nur deshalb so 'rausgeputzt', weil das Internationale Rote Kreuz 1944 den Ort besucht hat. Und die Nazis wollten damit ihre grausamen Taten und die fruchtbaren Zustände vor der Welt verbergen.

Iris Berben ist eine der vielen bekannten Stimmen auf dieser Hörspiel-CD. ESC-Teilnehmer Michael Schulte macht auch mit, genauso wie 'Wolfsheim'-Sänger Peter Heppner. Musikalisch bietet die CD eine Mischung aus Rock, jüdische Klezmer- und symphonischer Musik.

Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten. Damit die Inszenierung der Nazis glaubwürdig wirkte, mussten die jüdischen Kinder im Ghetto eine Kinderoper aufführen - ganz nach dem Motto: "Uns geht's gut hier, wir haben Spaß!" In Wirklichkeit wussten die Kinder natürlich, was in Theresienstadt vor sich geht. Fast alle sind nach der Oper ermordet worden.

Ihnen ist das Hörspiel 'Die Kinder der toten Stadt' gewidmet - als 'Musikdrama gegen das Vergessen' wie es im Untertitel heißt. Kein leichtes Thema, aber eine spannende Aufbereitung.


Auch Thema auf SR 1 in der Sendung "Abendrot" am 23.07.2018

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