Walter Höcky (Foto: SR/Marie Kribelbauer)

Zölibat oder lieben dürfen?

Marie Kribelbauer   19.09.2019 | 10:05 Uhr

Für katholische Priester gilt der Zölibat. Eigentlich. Kaplan Walter Höcky hat sich verliebt und musste sich zwischen seinem Priesteramt in der katholischen Pfarrei Heiliger Ingobertus in St. Ingbert und seiner Liebe entscheiden. SR-Reporterin Marie Kribelbauer hat ihm über seine Lebensentscheidung gesprochen.

Bei seiner Entscheidung gab es nur Entweder-oder. Zwei Jahre hat er mit sich gehadert - doch nun ist es offiziell: Seinen Weg beschreitet er in Zukunft an der Seite seiner Lebensgefährtin. Trotzdem wäre er gerne weiterhin Priester geblieben, sagt er. "Ich war gern Seelsorger, die Leute haben gesagt 'das hat man schon gespürt' aber es ist leider so, dass die Kirche diese Lebensform vorgibt und beides geht leider nicht."

Der Zölibat ist immer noch Voraussetzung für den Empfang der Priesterweihe. Für Höcky gibt es aber verschiedene Möglichkeiten, den priesterlichen Weg zu gehen – der Zölibat war für ihn am Ende nicht der richtige.

Der Kaplan, der sich verliebte
Audio
Der Kaplan, der sich verliebte

Das respektieren nicht nur die Mitglieder aus der Gemeinde St. Ingbert, sondern auch Kollegen von Höckys wie zum Beispiel Pfarrer Daniel Zamilski. "Ich denke, man sollte im Leben versuchen, glücklich zu werden und wenn das für Walter Glück bedeutet, dann ist es die richtige Entscheidung. Wenn dem kirchliche Gesetze entgegenstehen, dann ist das schade, aber dann sollte man sich trotzdem für das Glück und das Leben entscheiden."

Und Höckys Entscheidung hat einen weiteren Vorteil: Er bleibt in St. Ingbert wohnen. So bleibt er der Pfarrei und der Gemeinde zwar nicht im Priestergewand, dafür aber in Zivil als Freund, Kollege und Ansprechpartner erhalten.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Hallo Saarland" auf SR 1 am 19.09.2019 berichtet.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja