Wildschwein im Wald (Foto: SR)

Trockenheit bedroht den Wald und seine Bewohner

Elena Jörger mit Informationen von Lena Schmidtke   28.07.2022 | 09:52 Uhr

Die Hitzeperiode macht vielen zu schaffen. Während die Menschen mit Klimaanlage und kühlen Getränken Abhilfe schaffen können, sind die Tiere auf Regen, Schattenplätze und saftiges Futter angewiesen.

Die Hitzeperiode im Saarland hält an. Kühlere Tage und Regenfälle sind zurzeit selten. Das macht dem saarländischen Wald und seinen Bewohnern zu schaffen. Wildschweine, Rehen und Co. suchen immer vergeblicher nach sprudelnden Bachläufen oder saftigen Futterquellen.

Anhaltende Trockenheit

Peter Meyer, Jäger und Waldbewirtschafter aus Wallerfangen, kennt die Gefahren der anhaltenden Trockenheit. Er erklärt: „Hier im Tal haben wir genug Feuchtigkeit, die Pflanzen haben genug Wasser. Alles ist noch dunkelgrün, nicht braun. Aber auf Kalkböden und Hochebenen wird es schon problematisch.“

Dann gehen die Tiere schon mal auf Wanderschaft, um ausreichend Futter zu finden. Im Extremfall kann das sogar zur Umsiedelung der einheimischen Wildtiere führen. Doch Peter Meyer ist guter Dinge und versichert: „Wildschweine laufen nachts Strecken von zwölf Kilometern ab. Irgendwo finden sie was.“

Wasserquellen noch ausreichend

Erst bei lang anhaltender Dürre suchen Tiere aktiv nach Wasserquellen zum Trinken. Die meiste Flüssigkeit nehmen sie über ihre Nahrung auf. Das sind pro ausgewachsenes Rehwild eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Noch kann der Wald diese Menge an Feuchtigkeit ohne externe Wasserquellen abdecken. Das bestätigt auch die Landesjägervereinigung: Im Saarland seien stellenweise Wildtiere auf Wassersuche. Und seien eigentlich immer erfolgreich, meint Peter Meyer.

 (Foto: SR/Lena Schmidtke)
Bachlauf mit wenig Wasser durch die anhaltende Hitze

Kräfte einsparen

Über Tag, während den hohen Temperaturen, lassen sich die Tiere an ruhigen Orten nieder, um Kraft zu sparen. Peter Meyer erklärt: „Um die Mittagszeit liegen sie irgendwo in kühlen Bereichen unter einem umgefallenen Wurzelstock oder so und lassen sich wie wir auf der Couch nieder.“

Nachts und während der aktuellen Paarungszeit sind die Tiere nachts deutlich aktiver. Peter Meyer rät: "In der Dämmerung vorsichtiger fahren. Und auch wenn es nicht vorgeschrieben ist: Hunde sollten jetzt im Wald an die Leine." Die Aufregung während der Hitze könnte für die Waldbewohner gefährlich werden.

Größte Bedrohung: Waldbrand

Trockene Gräser und die brennende Mittagssonne können zu Waldbränden führen. Peter Meyer erklärt: „Es ist alles trocken und es braucht nicht viel, um ein Feuer zu entfachen. Die Kitze sind jetzt zwar schon zwei Monate alt, aber wenn die flüchten müssen – teilweise sind hier ja fast urwaldartige Verhältnisse – die kommen nicht weg. Die kriegen richtig Probleme.“

Daher steht der Wald derzeit unter ständiger Beobachtung, um im Notfall schnell eingreifen zu können und die einheimischen Wildtiere zu schützen.

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