Spieler der HG Saarlouis bei einem Spiel (Foto: SR)

Ärger um Handball-Reform

  18.09.2019 | 14:19 Uhr

"Perspektive 2020+" heißt die Strukturreform des deutschen Handballbundes, mit der der DHB ganz unbescheiden die Nummer eins werden. 10 Millionen Euro kostet das Vorhaben, über das allerdings noch abgestimmt werden muss. Ganz langsam sickern auch die Finanzierungspläne durch. Und die stoßen im Saarland beim Verband und vor allem bei den Vereinen auf großes Unverständnis. SR-Reporter Marc Drumm erklärt, warum.

Christoph Schacht, ehemaliger Manager des Bundesligisten TVA Saarbrücken und immer noch ehrenamtlich aktiv für den TV Altenkessel, ist sauer. Denn der DHB will vor allem den Spitzensport fördern, mitfinanziert durch die Breite. Soll heißen: Jeder gemeldete Vereinsspieler soll jährlich zehn Euro zahlen. „Das ist so versteckt bekannt gemacht worden“, sagt Schacht. Das sei „ein ganz falsches Signal an diejenigen, die auch noch Jugendtrainer sind, die ihre Fahrtkosten selbst bezahlen und sich auch ehrenamtlich für den Verein einsetzen. Ein unmögliches Zeichen.“

Alternativvorschläge

Handball-Reform Perspektive 2020+ sorgt für Ärger
Audio [SR 1, Marc Drumm, 18.09.2019, Länge: 01:40 Min.]
Handball-Reform Perspektive 2020+ sorgt für Ärger
"Perspektive 2020+" heißt die Strukturreform des deutschen Handballbundes, mit der der DHB ganz unbescheiden die Nummer eins werden. 10 Millionen Euro kostet das Vorhaben, über das allerdings noch abgestimmt werden muss. Ganz langsam sickern auch die Finanzierungspläne durch. Und die stoßen im Saarland beim Verband und vor allem bei den Vereinen auf großes Unverständnis. SR-Reporter Marc Drumm erklärt, warum.

Altenkessel müsste so rund 2000 Euro jährlich zahlen. Die Landesverbände, die letztlich darüber abstimmen, sind sich noch uneins. Saar-Präsident Eugen Roth will dagegen stimmen. Seiner Ansicht nach sollen die für die Reform nötigen zehn Millionen Euro von Bund und Ländern kommen. „Wir haben ein Konzept. Wir können das der Politik anbieten. Es wird nicht horrend teuer. Da gibt es im politischen Raum ganz andere Summen.“

Christoph Schacht hält einen anderen Vorschlag für gangbar: „Wenn man bei einem Bundesligaspiel pro Zuschauer einen Euro für die Spitzenförderung nehmen würde, dann würde das Geld bezahlt und man hätte eine wesentlich höhere Einnahme, wenn man das in der ersten, zweiten und dritten Liga macht, wo ja nachher auch die Leistungsspitze ankommt.“

Abstimmung 2020

Vom Reformtisch ist dagegen das Streichen von Landesverbänden. Stattdessen sollen zehn Förderzentren entstehen. Saarbrücken ist einer der Kandidaten. Darüber und über die für die Vereine wichtige Finanzierungsfrage wird Anfang kommenden Jahres abgestimmt.

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