Kontakt verboten (Foto: Pixabay/betexion)

Wie funktioniert die häusliche Quarantäne?

  06.03.2020 | 12:53 Uhr

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, aber nicht so schwer erkrankt ist, dass ein Klinikaufenthalt notwendig wird, der darf zuhause bleiben. Er muss es sogar.

SR 1 Reporterin Julia Lehmann erklärt, wie die häusliche Quarantäne funktioniert
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SR 1 Reporterin Julia Lehmann erklärt, wie die häusliche Quarantäne funktioniert

Das Coronavirus ist sehr ansteckend. Es verbreitet sich per Tröpfchen-Infektion. Kontakt mit Infizierten sollte man deshalb möglichst vermeiden. Schwer Erkrankte werden daher im Krankenhaus isoliert und nur mit Schutzkleidung behandelt.

Doch bei vielen verläuft die Erkrankung nicht so schwer, dass sie in eine Klinik müssten. Wenn es der Zustand des Erkrankten daher erlaubt, kann er zuhause unter Quarantäne gestellt werden. Das Gesundheitsamt schlägt das vor, die Polizei ordnet es an. Und zwar für zwei Wochen, denn so lange kann die Inkubationszeit dauern, d.h. so lange kann ein Erkrankter andere möglicherweise noch anstecken.

Zwei Wochen Hausarrest für alle

Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie in diesen zwei Wochen ihr Haus oder ihre Wohnung nicht verlassen dürfen. Das gleiche gilt für alle Familienmitglieder, die im selben Haushalt leben. Im Idealfall sollten sich die Angehörigen auch nicht im selben Raum aufhalten wie der Kranke, also von ihm getrennt schlafen, essen und wenn möglich auch verschiedene Badezimmer benutzen. Auf keinen Fall sollten dasselbe Geschirr oder dieselben Hygieneprodukte benutzt werden.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes melden sich täglich, um zu erfahren, wie es dem Kranken geht. Sollte sich sein Zustand verschlechtern, können Ärzte in Schutzanzügen vorbeikommen und auch Medikamente mitbringen.

Alle im Haushalt müssen zudem ihr Befinden in einer Art Tagebuch protokollieren. Dazu gehört unter anderem, zweimal am Tag die Temperatur zu messen und das Ergebnis einzutragen. Festzuhalten ist auch, ob man Symptome hat wie Husten zum Beispiel. Am Ende der Quarantäne werden alle dann noch einmal auf das Virus hin getestet.

Kein direkter Kontakt zu anderen Personen

Mal kurz vor die Tür gehen oder schnell zum Supermarkt fahren, ist für die Personen in der Quarantäne keine Option. Sollten Lebensmittel, Getränke oder andere Produkte des täglichen Bedarfs zur Neige gehen, dürfen die Betroffenen Verwandte, Freunde oder Nachbarn um Hilfe bitten. Die können die Artikel besorgen und vor der Haustür ablegen. Oder auch den Hund ausführen. Wichtig ist dabei, dass es zu keinem direkten Kontakt mit diesen Personen kommt.

Wer niemanden hat, den er um Hilfe bitten könnte, kann sich an das Gesundheitsamt wenden. Das schickt dann Mitarbeiter vom Roten Kreuz oder vom Malteser Hilfsdienst mit den benötigten Artikeln vorbei.

Verstöße werden bestraft

Das Gesundheitsamt überprüft auch, ob die Quarantäne eingehalten wird. Denn Haus oder Wohnung darf man auf keinen Fall verlassen, sonst drohen Geld- oder sogar Gefängnisstrafen.


Auch Thema auf SR 1 am 06.03.2020 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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