Gum Wall in Limburg (Foto: Stadt Limburg)

Gum Walls: Kaugummis aufkleben statt ausspucken

  13.11.2019 | 20:39 Uhr

Achtlos weggeworfene oder ausgespuckte Kaugummis machen einen großen Anteil an der alltäglichen Verschmutzung aus und das Entfernen kostet auch eine Menge Geld, insbesondere im Innenstadtbereich. Es gibt inzwischen in 60 Städten - in sechs europäischen Ländern - sogenannte Gum-Walls. Das sind kleine bunte Wände, auf die man seine Kaugummis kleben kann.

Es ist ein echtes Ärgernis, das viele von uns schon mal kennengelernt oder vielleicht sogar selbst unbedacht verursacht haben: weggeworfene, weggespuckte Kaugummis auf der Straße. Die Kaugummis lassen sich nur mit großem technischem Aufwand entfernen. Das kostet die Kommunen sehr viel Geld.

Gum Walls gegen Gehwegverschmutzung

Gum Walls: Fluch oder Segen?
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Gum Walls: Fluch oder Segen?

In Stuttgart gibt es sie schon, und in Frankfurt jetzt auch; so genannte Gum Walls, an denen Passanten ihre Kaugummis entsorgen können. Streng genommen sind diese Wände Kästen, in denen abnehmbare Zettel mit Smileys oder Sprüchen hängen. Sie sollen die Menschen "auf humorvolle Art animieren", ihre durchgekauten Gummis dort aufzukleben statt in die Landschaft oder aufs Pflaster zu spucken. An den Standorten der Gum Walls gehen die Kaugummireste auf dem Boden um bis zu 60 Prozent zurück.

Gum Walls: Ein Thema für Saarbrücken?
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Gum Walls: Ein Thema für Saarbrücken?


Auch in Limburg stehen Gum Walls seit August an mehreren Stellen in der Innenstadt. Die Stadtverwaltung dort berichtete von monatlichen Kosten in Höhe von rund 2.000 Euro für die Entfernung von Kaugummis in der Fußgängerzone. Die Gum Walls sollen dabei die Passanten u.a. für das Thema Müll sensibilisieren, so der Erfinder der bunten Wände Klaus Götz.


Gum Walls: Kein Thema für Saarbrücken

Die Problematik mit den Kaugummis ist auch in der Landeshauptstadt Saarbrücken ein Thema. Alleine die Kosten für die alljährliche Reinigung der Bahnhofstraße belaufen sich auf ca. 32.000 Euro. Und so ein Kaugummi kann bis zu fünf Jahre kleben bleiben, sagt Judith Pirrot von der ZKE. Ihr sind die Gum Walls auch bekannt, sie hält diese aber eher für einen Trend und nichts, was einen nachhaltigen Effekt bewirkt.

Gum Wall in Stuttgart (Foto: Stuttgarter Straßenbahnen AG)

Dies zeigt das Beispiel Stuttgart, wo es schon seit über einem Jahr die Wände für Kaugummis gibt. Das bisherige Fazit der Stadt fällt negativ aus. Eine Verbesserung der Sauberkeit ist nämlich nicht festzustellen. Und erschwerend kommt hinzu, dass die darunter befestigten Behälter für sonstigen Müll benutzt werden, was zu einem Mehraufwand für die Entsorgung führt.


Auch Thema auf SR 1 am 13.11.2019 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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