Viele Schulen sind sanierungsbedürftig (Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/ZB/dpa)

Grundschule Nunkirchen in Nöten

  12.12.2019 | 08:31 Uhr

Defekte Toiletten, abblätternder Anstrich, kaputte Heizung - dass viele Schulen in Deutschland in einem miserablen Zustand sind, ist nicht neu. Auch zahlreichen saarländischen Schulen geht es so. Die Grundschule in Nunkirchen hat es dabei besonders hart getroffen.

Das über 100 Jahre alte Gebäude war eh schon viel zu klein, da wurde durch einen Wasserrohrbruch ein großer Bereich der Schule auch noch unbrauchbar. Und in den anderen Räumen der Schule sieht es nicht viel besser aus. Manche sind inzwischen so marode, dass sie deshalb gar nicht mehr genutzt werden können.

Unterricht auf dem Flur

Grundschule Nunkirchen in Nöten
Audio [SR 1, Carl Rolshoven, 12.12.2019, Länge: 03:35 Min.]
Grundschule Nunkirchen in Nöten

Zu wenige Klassenräume, kein richtiges Lehrerzimmer und Unterricht auf dem Schulflur, das ist derzeit Alltag in der Grundschule in Nunkirchen. Es fehlt einfach an Raum. Nicht nur für den normalen Unterricht. Durch die Inklusion werden ja auch Kinder unterrichtet, die darüber hinaus einen speziellen Förderbedarf haben, zum Beispiel weil sie kaum Deutsch sprechen oder sonstige Einschränkungen haben. Wegen der fehlenden Räumlichkeiten muss dieser Förderunterricht auch schon mal im ungeheizten Flur abgehalten werden.

Räume werden mehrfach belegt; das heißt mehrere Lehrer mit ihren Schülern müssen sich schon mal einen Raum teilen. In einem anderen sind dafür das Sekretariat und das Lehrerzimmer untergebracht, in dem auch Förderunterricht stattfindet - und die Schulleiterin auch noch ihr Büro hat. Genauso findet die Nachmittagsbetreuung auf engstem Raum statt. Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten gibt es weder für die Schüler noch für die Lehrer.

Brandbrief an den Ministerpräsidenten

Damit sich endlich etwas ändert hat die Elternvertretung jetzt einen Brandbrief an den saarländischen Ministerpräsidenten Hans gerichtet und dem Kultusministerium übergeben. Er schildert die derzeitige präkere Lage der Schule in allen Einzelheiten. Diese Lage kann sich im kommenden Jahr noch verschlimmeren, denn die Schülerzahlen steigen. Nicht zuletzt auch, da der Standort Wadern-Bardenbach geschlossen wurde.

Das Bildungsministerium verweist darauf, dass der Träger der Schule, das ist die Stadt Wadern, für die Kosten einer Sanierung aufkommen muss. Doch der Stadt fehlt dafür einfach das Geld. Deshalb hat sie beim Innenministerium einen Sonderkredit in Höhe einer halben Million Euro beantragt. Das Innenministerium allerdings mahnt wiederum an, die Kreditlinie nicht zu überschreiten. Sollte der Kredit schließlich doch bewilligt werden, könnte damit zumindest das Obergeschoss der Schule ausgebaut werden. Das könnte die Lage ein wenig entspannen. Darauf hoffen Lehrer, Eltern und Schüler jetzt.


Auch Thema auf SR 1 am 12.12.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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