Ein Mann lässt sich gegen Grippe impfen (Foto: SR Fernsehen)

Jetzt zur Grippeschutzimpfung!

  09.10.2019 | 14:43 Uhr

Herbst- und Winterzeit sind auch Grippezeit. Ärzte raten deshalb dazu, sich rechtzeitig impfen zu lassen. Am besten jetzt schon. Das gilt auch für Kinder, so die Empfehlung der Kinderärzte im Saarland.

Die Grippewelle wird kommen. So viel ist sicher. Wie heftig sie wird, lässt sich allerdings nur schwer vorhersagen, weiß Silke Buda vom Robert-Koch-Institut. In der Regel erreicht die Grippewelle ihren Höhepunkt zum Jahreswechsel. Dann ist das Risiko einer Infektion normalerweise am höchsten.

RECHTZEITIG IMPFEN LASSEN

Grippewelle: Wer sollte sich wann impfen lassen?
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Grippewelle: Wer sollte sich wann impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut beobachtet die Zahl und die Art der Infektionen von Anfang Oktober bis Mitte Mai genauer. Demnach verbreitet sich derzeit das „Rhino“-Virus, das laufende Nasen und die typischen Erkältungssymptome verursacht. Das ist aber noch keine Grippe.

Der Grippe-Impfstoff ist allerdings schon verfügbar. Silke Buda empfiehlt, sich rechtzeitig impfen zu lassen, also am besten im Oktober oder November. Der Impfstoff wird dann ungefähr 14 Tage nach der Impfung wirksam.

NEUER VIERFACH-IMPFSTOFF

Was bringt der Vierfach-Impfstoff?
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Was bringt der Vierfach-Impfstoff?

Es gibt verschiedene Viren, die eine Grippe auslösen. Die entwickeln sich auch immer weiter, neue Varianten kommen hinzu. Daher ist derzeit ein sogenannter Vierfach-Impfstoff auf dem Markt, der eine größere Bandbreite abdeckt. Er wird übrigens von der Krankenkasse bezahlt.

Hergestellt wird der Impfstoff bereits lange vor der Grippesaison. Ein „Update“ des Impfstoffs innerhalb der Grippesaison ist daher nicht möglich. Der Impfstoff für die kommende Grippewelle wurde schon im Februar vorbereitet und zugelassen. Der Bedarf ist dabei immer nur schwer abzuschätzen. Wenn die Grippewelle stärker ausfällt als erwartet, ist es daher auch immer möglich, dass der Impfstoff am Ende knapp wird. Daher der Rat der Ärzte: am besten jetzt schon impfen!

RICHTIG VORBEUGEN GEGEN DIE GRIPPEWELLE

Die Impfung gegen die Grippe ist freiwillig. Bei manchen Personen ist sie aber besonders wichtig. Dazu zählen solche mit einer Vorerkrankung wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darüber hinaus ist eine Impfung auch empfehlenswert für Schwangere, Personen über 60 Jahre und auch für medizinisches Personal.

Neben der Impfung kann man auch noch mehr zur Vorbeugung gegen die Grippe tun: Ganz wichtig ist häufiges Händewaschen, außerdem Abstand halten zu hustenden oder niesenden Personen. Denn die Viren übertragen sich durch Tröpfcheninfektion.

Das Immunsystem lässt sich durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung stärken. Und wer sich oft in geschlossenen Räumen mit mehreren Personen auffällt, sollte auch immer mal wieder gut durchlüften.

AUCH KINDER BEREITS IMPFEN

"Kinder sollten jetzt geimpft werden!"
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"Kinder sollten jetzt geimpft werden!"

Ab Herbst nehmen die Infekte innerhalb der Kindergärten und Schulen zu; somit steigt auch die Gefahr, sich anzustecken. Um das Risiko einer Grippeinfektion zu vermeiden, sollten besonders Kinder schon jetzt geimpft werden, erklärt Dr. Benedikt Brixius, Sprecher der Kinderärzte im Saarland.

Auch Kinder mit einem generell schlechten Immunsystem können bedenkenlos geimpft werden. Einzige Voraussetzung: Es darf bei der Impfung noch kein Infekt vorliegen. Eine schwache Erkältung, also leichter Husten oder Schnupfen, ist dagegen kein Problem.

KEINE AUFFRISCHUNG NOTWENDIG

Eine Impfung ist ausreichend. Eine Auffrischung wird generell nicht empfohlen. Nur Personen, die sich zum ersten Mal gegen Grippe impfen lassen, sollten sie nach sechs Wochen auffrischen. Das gilt allerdings für Personen jeden Alters, nicht nur für Kinder.

ALTERNATIVE ZUR SPRITZE

Viele Kinder haben zwar Angst davor, jedoch hat sich die Impfung per Spritze bisher als die sinnvollste Methode erwiesen. Die alternative Variante, den Impfstoff durch ein Nasenspray zu verabreichen, ist weniger effektiv. Sie erfolgt nur in Ausnahmefällen wie zum Beispiel bei einer ausgesprochenen Spritzenphobie.


Auch Thema auf SR 1 am 09.10.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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