Ein Mann lässt sich gegen Grippe impfen (Foto: SR Fernsehen)

Ärzte raten zur Grippeschutzimpfung

  02.09.2020 | 10:14 Uhr

Influenza und Corona sollten, wenn möglich, nicht zusammentreffen. Gegen die Grippe zumindest kann man sich schützen. Deshalb raten viele Ärzte, sich diesmal unbedingt gegen Grippe impfen zu lassen.

Ärtze raten sich gegen Grippe impfen zu lassen
Audio [SR 1, (c) SR 1, 02.09.2020, Länge: 04:55 Min.]
Ärtze raten sich gegen Grippe impfen zu lassen

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Und auch die Influenza-Saison beginnt. Damit ist nicht der grippale Infekt gemeint, der langsam beginnt mit Halsschmerzen, verstopfter Nase und Abgeschlagenheit, sondern vielmehr die 'echte' Grippe, die den Erkrankten ganz plötzlich mit Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen ins Krankenlager zwingt.

Das Problem in diesem Jahr: Wir kämpfen auch noch gegen Covid-19. Und es wäre fatal, sich mit Influenza und Corona zu infizieren, warnt Joachim Meiser von der Kassenärztlichen Vereinigung. Doch gegen die Grippe kann man sich zumindest impfen lassen. Das gewährt dann immerhin einen indirekten Schutz. Deshalb raten die Ärzte in diesem Jahr dringend zur Impfung, damit zu der Pandemie nicht noch eine zweite Krankheitswelle hinzukommt.

Genügend Impfstoff geordert

Die Ärzte bereiten sich auch schon darauf vor. So organisieren sie unter anderem Infektsprechstunden, also Sprechstunden speziell für Infekt-Patienten, damit sie nicht mit anderen Patienten in Kontakt kommen. Darüber hinaus wurde auch bereits ausreichend Impfstoff bestellt, und zwar deutlich mehr als im Vorjahr, erklärt Joachim Meiser von der Kassenärztlichen Vereinigung. Für die Bundesrepublik wurden rund 25 Millionen Impfdosen geordert.

Spritze und Impfstoff (Foto: Pixabay/qimono)

Davon stehen dem Saarland in der ersten Impfperiode rund 300.000 Dosen zur Verfügung. Das ist, so Meiser, in jedem Fall ausreichend, um die Risikogruppen abzudecken wie Menschen über 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke. Darüber hinaus kann bei Bedarf der Grippe-Impfstoff auch noch nachbestellt und nachproduziert werden.

Jetzt Impftermin absprechen

Ab Mitte September soll der Impfstoff verfügbar sein. Dann ist eigentlich auch die beste Zeit zum Impfen, erklärt Dr. Benedikt Brixius vom Berufsverband der Kinderärzte im Saarland. Denn dann sind die Menschen normalerweise noch nicht mit Infekten belastet. Die Impfung wird daher besser vertragen. Zudem dauert es nach der Impfung noch mindestens zwei Wochen, bis der Impfschutz wirkt.

Neben den Ärzten sollen zudem ab Oktober auch Apotheker mit einer Zusatzausbildung gegen Grippe impfen dürfen. Im Saarland sind dafür etwa 40 Apotheken in Planung. Auf diese Weise hofft man, noch mehr Menschen zu erreichen, sagt der Präsident der Saarländischen Apothekerkammer, Manfred Saar, "denn je mehr Leute geimpft sind, desto größer ist auch der Schutz für die Ungeimpften."

Auch Kinder impfen lassen

Impfen schützt (Foto: Pixabay/Myriams-Fotos)

Diesmal sollten Eltern auch ihre Kinder zur Grippeschutzimpfung mitnehmen, empfehlen viele Ärzte. Denn traditionell sind die Kinder diejenigen, die die Grippe in der Bevölkerung verbreiten, sagt Dr. Brixius. Zunächst stecken sie sich im Kindergarten oder in der Schule gegenseitig an, dann die Eltern zuhause und möglicherweise auch die Großeltern. Das sollten wir in diesem Jahr unbedingt zu verhindern versuchen.

Grundsätzlich können Kinder ab einem halben Jahr geimpft werden. In normalen Jahren empfiehlt Dr. Brixius bei Kindern die Grippe-Impfung nur bei Risikopatienten mit Asthma oder Trisomie 21 zum Beispiel. Doch dieses Jahr ist kein normales Jahr. Daher rät er auch bei Kindern zur Spritze mit dem Grippeimpfstoff. Wenn die Kleinen große Angst vor Spritzen haben, kann man den Impfstoff auch per Nasenspray verabreichen.


Weitere Informationen

rki.de
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Auch Thema auf SR 1 am 02.09.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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