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Ökologisch faire Grillkohle ist nicht schwer zu finden

Yvonne Schleinhege   31.05.2019 | 12:00 Uhr

Viele Saarländer sind Grill- oder Schwenker-Fans. Jedes Jahr werden tausende Tonnen Holzkohle fürs Brutzelvergnügen verfeuert. Doch in den Säcken versteckt sich manchmal Tropenholz. Die Stiftung Warentest hat 17 Grillholzkohlen getestet.

Grillkohle: Auf Siegel achten!
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Grillkohle: Auf Siegel achten!

Gas, Strom, Kohle oder Buchenholz? Es gibt viele Wege das Grillgut zuzubereiten. Alles hat Vor- und Nachteile - nicht nur geschmacklich, sondern auch ökologisch. Zuletzt wurde wieder häufig über die Probleme mit der Grillkohle berichtet. Umweltverbände machen verstärkt darauf aufmerksam, dass schützenswerte Urwälder hierzulande auf dem Grill landen. Daher hat sich die Stiftung Warentest im aktuellen Test-Heft (6/2019) die Frage gestellt: Wie viel Holz aus Raubbau steckt in unserer Grillkohle?

Raubbau fürs heimische Grillvergnügen

Der Raubbau werde an Wäldern betrieben. Und zwar an tropischen Regenwäldern häufig in Südamerika oder Afrika, aber auch in nordischen Wäldern in Osteuropa, insbesondere in der Ukraine, erklärt Reiner Metzger von der Stiftung Warentest. So werde in geschützten Wäldern oder in Naturschutzgebieten Holz eingeschlagen, das dann auch zu Holzkohle verarbeitet werde. Das Problem insbesondere bei Tropenholz: Es ist häufig mit einem hohen Risiko verbunden - nämlich illegalem Holzschlag, Raubbau, Ausbeutung und Korruption und führt zu massiver Umweltzerstörung. Die mit Abstand größten Lieferanten von Grillkohle sind Nigeria und Paraguay. In beiden Ländern begünstigen Korruption und Armut die massenhafte Waldvernichtung.

Säcke mit versteckten Tropenhölzern

Um herauszufinden, woher die Holzkohle in Deutschland stammt, haben die Tester 17 Säcke in Supermärkten, Baumärkten, im Getränkemarkt und an der Tankstelle eingekauft und den Inhalt mit Hilfe eines Spezialmikroskops analysieren lassen. Zudem wurde ermittelt, ob die Anbieter die Herkunft und Art des Holzes angeben. Das Ergebnis zeige, so Reiner Metzger, dass Händler nach wie vor Tropenholz verkaufen, ohne das Kunden davon erfahren. Auf neun Säcken im Test waren weder Holzarten noch Herkunft angegeben – in fünf davon steckte Kohle aus dem tropischen oder subtropischen Raum. In einem Fall trug ein Produkt auch ein falsches Sigel, dass eigentlich Grillkohle als nachhaltig und aus heimischen Wäldern ausweist.

Illegale Kohle durch Gesetzeslücken

Im aktuellen Test der Stiftung Warentest gab es nur einen Anbieter, der das Land benennt, aus dem die Kohle stammt. Die Hersteller sind dazu allerdings auch nicht verpflichtet. Das Problem, so Reiner Metzger, es gebe eine Gesetzeslücke für Grillkohle. Grundsätzlich gibt es zwar eine Holzverordnung der EU, die sicherstellen soll, dass nur legales Holz in die EU gelangt. Diese gilt bislang aber nicht für Grillkohle und Briketts. Das heißt, sobald Grillkohle auf dem deutschen Markt landet, kann sie legal verkauft werden – selbst wenn sie illegal geschlagen wurde. Der schlimmste Raubbau aus dem geschütztesten Regenwald könnte so ganz legal angeboten werden, erklärt Reiner Metzger.

Siegel geben Hinweise

Probleme gebe es allerdings auch mit Grillkohle aus der Ukraine, schreibt die Stiftung Warentest. In dem Land seien Korruption und illegaler Holzeinschlag weit verbreitet und bedrohen die letzten Urwälder Europas. Knapp die Hälfte der Anbieter im Testen haben ihre Kohle zumindest teilweise aus der Ukraine bezogen. Immerhin seien viele dieser Produkte FSC-zertifiziert. Das Forest Stewardship Council (FSC-Sigel) zeichnet die Kohle als nachhaltig und aus heimischen Wäldern aus. Daneben gibt es noch das Naturland und das PEFC-Siegel.

Die Stiftung Warentest rät, Produkte auszuwählen, auf denen die Holzart und -herkunft angegeben sind und das ein solches Sigel trägt. Wenn nichts auf der Verpackung steht, sollte man als Verbraucher vorsichtig sein. Durchaus im Angebot ist auch Grillkohle aus Deutschland, die kann Warentester Reiner Metzger empfehlen. Es gibt auch heimische und Naturland-zertifizierte Grillkohle aus Saarbrücken.

Testergebnisse: Kriterien erfüllt

Im aktuellen Test der Stiftung Warentest hat die Flammenco Grill-Holzkohle die Kriterien am besten erfüllt. Gering ist das Raubbau-Risiko auch bei der Favorit Buchen Grillkohle und der Buchen Grillkohle von Pro-Fagus. Für beide wurde laut Anbieter Holz aus Deutschland verkohlt. Eine Besonderheit bei der Flammenco-Qualitäts-Grill-Holzkohle: Sie stammt, wie das Holz, aus Namibia. Das afrikanische Land kämpft seit langem gegen die Verbuschung – weshalb die Verarbeitung der Äste zu Grillkohle nicht nur unbedenklich, sondern sogar ökologisch sinnvoll ist.


Thema am 31.05.2019 auf SR 1 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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