Grenze zu Frankreich (Foto: SR)

Was gilt für den kleinen Grenzverkehr?

Lisa Huth   11.11.2020 | 10:07 Uhr

Im Saarland herrscht ein Teil-Lockdown, in Frankreich herrscht seit dem 30. Oktober sogar eine Ausgangssperre. „Le confinement“ bedeutet, dass die Franzosen das Haus nur aus triftigen Gründen verlassen dürfen. Viele sind verunsichert, was das konkret für den kleinen Grenzverkehr im Alltagsleben bedeutet. Was ist erlaubt, was sollte man unterlassen?

Die Corona-Maßnahmen sind in Deutschland und Frankreich nicht gleich. Nach der Erfahrung im Frühjahr - mit den rigorosen Grenzschließungen – soll das Leben an und über die Grenze bei der zweiten Welle nicht mehr so empfindlich gestört werden. SR Frankreichreporterin Lisa Huth hat Fragen geklärt, die den SR auf allen möglichen Wegen erreichen.

Was ist zum Beispiel in Sachen Einkaufen erlaubt?

Saarländer und Lothringer dürfen auf beiden Seiten der Grenze einkaufen. Für die Lothringer kommt hinzu, dass sie etwa im Saarland zum Friseur oder in andere Geschäfte als Lebensmittelmärkte gehen können. Insgesamt ist die Regelung nicht ganz so streng wie im Frühjahr. Man darf auch etwas weiter fahren, um seine Einkäufe zu tätigen. Für Saarländer gilt: Einkaufen im Supermarkt Cora ja, aber nicht in Thionville oder Metz.

Was ist mit den Grenzpendlern und Paaren?

Für die Grenzpendler gelten ganz klare Ausnahmen von den üblichen Regeln. Generell können alle zur Arbeit fahren oder die Kinder zur Schule bringen. Auch hier haben die Behörden offenbar aus den Fehlern des Frühjahrs gelernt. Im Internet gibt es Vordrucke, die sollte man auf jeden Fall dabei haben. Zum Beispiel kann man ankreuzen, dass man aus wichtigen Gründen die Familie besuchen muss. Das gilt etwa für alte, behinderte oder kranke Familienmitglieder.

Für Paare mit Wohnsitz in Frankreich und Deutschland - ob verheiratet oder unverheiratet - gilt: keine Besuche, denn die französische Regel lautet nun mal "Jeder bleibt an seinem Wohnsitz". Anders ist es beim gemeinsamen Sorgerecht für Kinder. Da gilt eine Ausnahmeregelung.

Und was ist mit der Freizeit?

Für ganz Frankreich gilt: Sport, Gassi gehen, spazieren gehen: Eine Stunde am Tag ist erlaubt, jedoch nicht weiter als einen Kilometer. Heißt für die Saarländer in Lothringen: Die Spicherer Höhe oder Steine an der Grenze – geht grad so, Stockweiher hingegen geht nicht. Die Regelung heißt für alle auf französischem Staatsgebiet: Kein Aufsuchen der Zweitresidenz. Das gilt auch für Deutsche.

Tipp: Wer als Saarländer zum Beispiel wegen dringender Familienangelegenheiten nach Frankreich fährt, sollte auf jeden Fall die Bescheinigungen aus dem Internet dabei haben. Je mehr Belege vorgezeigt werden können, desto besser.

Kontrollen

Während auf deutscher Seite nur unregelmäßig kontrolliert wird, gibt es in Frankreich sehr strenge Kontrollen. Seit Beginn der Ausgangssperre wurden bereits rund 800 Knöllchen über 135 Euro verteilt. Und dazu noch der Hinweis: Wer ein drittes Knöllchen wegen Verletzung der Ausgangssperre kassiert, muss dafür 1.500 Euro bezahlen.

Hintergrund der strengen Kontrollen: Im Département Moselle wird die Belegsituation auf den Intensivstationen immer enger. Die Spitze wird zum Wochenende erwartet. Unter anderem wurde jetzt im Robert-Pax-Klinikum in Saargemünd der Notfallplan ausgerufen. Dieser bedeutet, dass unter anderem alle personellen und materiellen Ressourcen mobilisiert werden.


Weitere Informationen

Ein Thema in der Sendung SR 1 'Dein Vormittag im Saarland' am 11.11.2020.

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