Grasmilbe (Foto: Imago/Nature picture library)

Was tun gegen fiese Stiche durch Grasmilben?

Melina Miller   21.06.2021 | 10:31 Uhr

Hautausschlag und starkes Jucken wie nach einem Stich: Darüber klagen nach Angaben des saarländischen Kinderärzteverbands momentan viele Kinder im Saarland - vor allem nach dem Spielen auf der Wiese und im Gebüsch. Grund dafür sind Larven von Grasmilben, die derzeit vermehrt auftreten. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die kleinen Plagegeister.

Sie sind winzig klein, orange-rot gefärbt und lauern im Sommer und Herbst im Gras und auf anderen, vorzugsweise niedrigwachsenden Pflanzen: Die Larven der Herbstgrasmilbe.

Was hilft gegen Grasmilben?
Audio [SR 1, Christian Balser, 22.06.2021, Länge: 03:17 Min.]
Was hilft gegen Grasmilben?

Läuft ein passender Wirt an den Larven vorbei, lassen sie sich von den Pflanzen abstreifen. Auf Tier oder Mensch angekommen, setzen sie sich nahezu unmittelbar in der Haut fest. Das löst eine allergische Reaktion aus, die mit einem starken Juckreiz einhergeht.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema zusammengefasst.

Sind Grasmilben gefährlich?

Nach Angaben von Benedikt Brixius, Kinderfacharzt und Sprecher des saarländischen Kinder- und Jugendärzteverbands, sind die Milben erst einmal nicht gefährlich für Kinder oder Erwachsene. "Grundsätzlich verhalten sich diese Bisse so wie andere Insektenstiche. Allerdings jucken sie sehr stark und auch länger als ein normaler Mückenstich."

Problematisch können die Bisse laut Brixius dann werden, wenn sie aufgekratzt werden und Bakterien in die Wunde gelangen. Im schlimmsten Fall könne es dann zu lokalen Entzündungen bis hin zu einer Blutvergiftung kommen - ähnlich wie bei anderen offenen Wunden auch.

Ulrike Schiedermaier, Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken, ergänzt: "Grasmilben gibt es in jedem Sommer. Gerade die letzten heißen Tage haben ihr Vorkommen verstärkt. Die Milben übertragen aber keine Krankheiten wie zum Beispiel Zecken und nach einigen Tagen verschwindet der Juckreiz wieder." Es gebe also keinen Grund zu übermäßiger Sorge.

Was tun, wenn ich gestochen wurde?

Laut Benedikt Brixius gibt es verschiedene Mittel, mit denen die Bisse behandelt werden können. Dazu zählen etwa kühle Umschläge aus grünem oder schwarzen Tee.

Quaddeln und Knötchen auf Arm durch allergische Reaktion auf Grasmilbe oder Erntemilbe  (Foto: Imago/Imagebroker)
Als allergische Reaktion auf Grasmilben können stark juckende Quaddeln und Knötchen entstehen.

Ist der Juckreiz sehr stark, verschreibe er auch kortisonhaltige Hautmilch. Außerdem helfen laut Brixius übliche Antihistaminika, also Medikamente gegen allergische Reaktionen, sowohl in Tropfen- oder Tablettenform als auch als Saft.

Auch Dr. Schiedermaier empfiehlt, die Bisse mit den üblichen antiallergischen Mitteln zu behandeln.

Sind nur Kinder betroffen?

"Nein, die Larven der Grasmilben stürzen sich grundsätzlich auf alle Lebewesen, egal ob Erwachsene, Kinder oder Tiere", erklärt Brixius. Dass vermehrt Kinder mit dem Hautausschlag in die saarländischen Praxen kämen, liege daran, dass diese öfter im Gras, Hecken und Büschen spielen würden als Erwachsene.

Außerdem kämen Kinder aufgrund ihrer Größe häufig nicht nur mit den Beinen mit dem Gras in Berührung, sondern auch mit den Armen und dem Oberkörper. "Gerade die Arme und Beine sind Einfallstore für die Larven. Sie suchen sich von da aus eine weiche Hautstelle am Körper, zum Beispiel in der Kniekehle oder der Armbeuge", so der Kinderarzt.

Wie kann ich mich schützen?

Der einzig sichere Schutz gegen die Milben ist laut den Experten, nicht ins hohe Gras zu gehen oder sich mit langer Kleidung und hohen, geschlossenen Schuhen zu bedecken. Das sei bei hochsommerlichen Temperaturen allerdings kaum umsetzbar.

Benedikt Brixius rät deshalb zu Anti-Insekten-Sprays: "Diese sogenannten Repellents wirken zwar nicht bei jedem gleich gut, sind aber einen Versuch wert". Es sei sinnvoll, zum Beispiel kleine Kinder vor dem Spielen in der Wiese damit einzusprühen.

Im eigenen Garten kann es helfen, das Gras so kurz und feucht wie möglich zu halten. Die Larven der Milben fühlen sich laut Gesundheitsamt nämlich vor allem in naturbelassenen, hohen Gräsern wohl.


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Auch Thema auf SR 1 am 22.06.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland.'

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