Eine Kontrolle an der Goldenen Bremm (Foto: Thomas Gerber/SR)

Bei Pendlern wächst der Frust

  08.04.2020 | 14:29 Uhr

Die deutsch-französische Grenze ist zu. Für die, die auf der einen Seite wohnen und auf der anderen arbeiten, ist das derzeit sehr ärgerlich. Denn bis zum nächsten Grenzübergang ist es für viele sehr weit und die Kontrollen kosten auch noch Zeit.

So wird der Arbeitsweg zum Ärgernis

Bürgermeister von Filstroff: "Die Leute sind sauer"
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Bürgermeister von Filstroff: "Die Leute sind sauer"

Beispiel: die Gemeinde Filstroff, wenige Kilometer hinter der französischen Grenze. Viele Bewohner arbeiten in saarländischen Firmen und Betrieben, wie beispielsweise der Dillinger Hütte. Momentan sind allerdings alle naheliegenden Grenzübergänge dicht. Erst in Creutzwald kann man nach Deutschland gelangen. Das bedeutet für alle einen enormen Umweg bei jeder Fahrt, erklärt Bürgermeister René Kupperschmitt.

Hinzu kommt dann noch die Wartezeit an der Grenze selbst. Dort kontrollieren nämlich die Zollbeamten genau, ob man wirklich zum Arbeiten nach Deutschland fährt. So bildet sich jeden Morgen eine Schlange am Grenzübergang und es dauert lange Zeit, bis man die Grenze endlich passiert hat. Umweg und Wartezeit kosten viele täglich mehr als 45 Minuten - und auf dem Heimweg dann noch einmal!

Bürgermeister Kupperschmitt kann verstehen, dass seine Bürger darüber verärgert sind, ändern kann er die Situation jedoch nicht. Er fände es aber zumindest hilfreich, wenn man Zeitfenster einrichten würde, morgens und abends, in denen Pendler und Grenzgänger schneller passieren könnten.

Diese Grenzübergänge dürfen derzeit legal passiert werden:

  • Goldene Bremm A6
  • Alte Bremm B41
  • Grenzübergang Creutzwald-Überherrn B269N
  • Grenzübergang an der BAB 8 von Perl nach Luxemburg
  • Grenzübergang von Perl nach Schengen und Apach B407
  • Grenzübergang bei Frauenberg/Habkirchen B423
  • Grenzübergang Großrosseln (täglich von 5.00 bis 21.00 Uhr)
  • Grenzübergang auf der B424 Hornbach

An den diesen Grenzen kontrolliert die Bundespolizei dauerhaft, alle anderen Grenzübergänge werden unregelmäßig zu unterschiedlichen Zeiten kontrolliert.

Wer einen anderen Grenzübergang nutzt, ganz gleich, ob er gesperrt ist oder nicht, der reist rein rechtlich illegal nach Deutschland ein - eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Ordnungsgeld geahndet werden kann.

Entschuldigung bei französischen Nachbarn
Rehlinger: "Beschämende Auswüchse in der Grenzregion"
Die stellvertretende Ministerpräsidentin Rehlinger hat Anfeindungen gegenüber Grenzgängern scharf kritisiert. Sie entschuldigte sich ausdrücklich bei den französischen Nachbarn für diese Vorfälle. Unterdessen wirkt die Landesregierung darauf hin, weitere Grenzübergänge zu öffnen.

Auch Thema auf SR 1 am 08.04.2020 in der Sendung "Balser & Mark. Dein Morgen".

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