Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau. (Foto: picture alliance/Fredrik von Erichsen/dpa)

Geburten in Corona-Zeiten

  02.11.2020 | 00:00 Uhr

Die Corona-Pandemie schränkt uns in allen Lebenssituationen ein. Eine besonders schwere Herausforderung stellt die Krise vor allem auch für werdende Mütter dar: Die Besuchszeiten der Bezugspersonen sind derzeit eingeschränkt und die Mütter daher in den ersten Tagen auf sich allein gestellt.

Die genauen Bestimmungen und Regeln zu Geburten sind in den verschiedenen Krankenhäusern unterschiedlich. Genau wie das Pandemie-Geschehen selbst gibt es dort auch immer wieder Änderungen. Allgemein steht aber zumindest fest: Besuch - auch vom Vater des Kindes - ist nur eingeschränkt möglich. Deshalb sollten sich werdende Mütter frühzeitig über die Situation im jeweiligen Krankenhaus informieren.

Eltern werden in Coronazeiten
Audio [SR 1, Franz Johann, 02.11.2020, Länge: 01:30 Min.]
Eltern werden in Coronazeiten

Aus Sicht der Hebamme Aline Okantha vom Hebammenverband ist das eine erhebliche Last für die Mütter: "Die Situation, dass ein Vater oder eine Co-Mutter nach der Geburt nicht zum Kind darf, ist natürlich sehr belastend. Die Papas und Co-Mamas wollen doch ihre Kinder kennenlernen, wollen sie bekuscheln und natürlich auch ihren Partnerinnen nahe sein." Die Mütter brauchen ihre Partner als emotionale Stütze sowie auch als 'helfende Hand', wenn es darum geht das Neugeborene zu betreuen, während die Mutter beispielsweise duschen geht. Für den Familienentstehungsprozess ist das extrem wichtig.

Die fehlende Hilfe der Partner kann man erst mal nicht ersetzen: In den Krankenhäusern gibt es nicht genug Personal, um diese intensive Betreuung gewährleisten zu können. Daher muss die emotionale Bindung zum zweiten Elternteil zuhause unbedingt nachgeholt werden. "Man sollte darauf achten, zuhause ganz viel und ganz bewusst Körper- beziehungsweise Hautkontakt mit dem Baby zu haben. Wenn man sich dafür Zeit nimmt, kann man das Ganze auch wieder aufholen", so Okantha.

Die Hebamme empfiehlt außerdem: Wenn es möglich ist, sollten die Mütter - natürlich nur in Absprache mit ihrem Arzt - das Krankenhaus so früh wie möglich verlassen und im häuslichen Umfeld eine Hebammenbetreuung sicherstellen.

Einen Vorteil habe der fehlende Besuch dennnoch, so die Expertin: "Nämlich, dass die Mütter sich mit ihren Kindern einfach intensiver auseinandersetzen können und sich intensiver auf sie konzentrieren, dadurch dass nicht noch Oma und Opa und Freund und Freundin zu Besuch kommen." Dadurch gebe es sogar weniger Still-Probleme.


Auch Thema auf SR 1 am 02.11.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen.'

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