Foto: Pixabay/GerDukes

Frühstück muss nicht sein

  13.11.2019 | 13:14 Uhr

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann - so soll man essen, war bisher die gängige Meinung. Das mag für einen Schwerarbeiter auch stimmen. Doch die meisten von uns brauchen eigentlich kein Frühstück. Sich dazu zwingen sollte daher niemand. Das gilt auch für Kinder, sagt die neueste Forschung.

Ohne Frühstück geht's auch

Mit oder ohne Frühstück aus dem Haus?
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Mit oder ohne Frühstück aus dem Haus?
Ernährungswissenschaftler Prof. Christoph Raschka wirft alte Zöpfe über Bord

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Hat man bisher gedacht. Stimmt aber so nicht, sagt Prof. Christoph Raschka von der Universität Würzburg. Der Ernährungswissenschaftler und Sportphysiologe erklärt vielmehr: Morgens muss man gar nicht frühstücken. Wer erst später etwas isst, der lebt auf keinen Fall ungesünder.

Denn normalerweise ist unser Blutzuckerspiegel auch ohne Frühstück noch bis zur Mittagszeit hoch genug. Erst dann meldet sich das richtige Hungerempfinden, so Raschka. Deshalb muss man morgens nicht unbedingt etwas essen.

So wie beim Urmenschen

Die Basis dafür liegt bei unseren Vorfahren. Der Steinzeitmensch kannte ja noch keine Vorratshaltung. Und so musste er sich sein ‚Frühstück‘ erst mal erjagen, fischen oder sammeln. Daher kann man davon ausgehen, dass er sicherlich erst gegen Mittag oder am Abend etwas gegessen hat. Auch unser Organismus heute ist daher darauf ausgerichtet, dass ein Frühstück erst mal nicht notwendig ist, so Raschka.

Auf die innere Stimme hören

Viele haben ja so früh auch noch gar keinen Hunger. Das sind meist die ‚Eulen‘-Typen, die Nachtmenschen also, die spät ins Bett gehen. Bei ihnen hält das Sättigungsgefühl von der Nacht am Morgen noch an, so dass sie erst gegen Mittag wieder etwas Appetit bekommen und ihre Hauptmahlzeit oft erst am Abend zu sich nehmen.

Gesundes Frühstück (Foto: Pixabay/Einladung_zum_Essen)

Bei den ‚Lerchen‘-Typen ist es dagegen umgekehrt: Die haben schon früher Lust auf eine Mahlzeit, so Raschka. Die Morgenmenschen verzichten ungern auf ein Frühstück und lassen dafür eher das Abendessen ausfallen. Trotzdem gilt auch für sie, dass der Körper nach dem Aufstehen noch genügend Reserven für ein paar Stunden hat.

Aus Berufen, die früh mit der Arbeit beginnen, wie Krankenpfleger zum Beispiel, kennt man es, dass das Team erst gegen 10 oder 11 Uhr ein gemeinsames Frühstück einnimmt. Und wer erst gegen 7 Uhr aufsteht oder später, der kann sich mit dem Essen durchaus bis zum Mittag Zeit lassen, wenn er früher keine Lust dazu verspürt.

Kein Zwang bei Kindern

Pausenbrot (Foto: www.Photo-Berlin.com )

Auch Kinder sollte man nicht zum Frühstück zwingen, denn damit kämpft man nur gegen ihren Biorhythmus an, so Raschka. Viel besser ist es, dem Kind ein entsprechend gutes Frühstück für die große Pause mitzugeben. Wenn in der ersten Schulstunde zudem noch Sport angesagt ist, hat es ein Kind, das nicht mit vollem Magen antreten muss, auch viel leichter.

Andere Länder, anderes Frühstück

Marmeladenbrot, Müsli, ein deftiges Bauernfrühstück oder Tofu und Fisch - was man frühstückt, hängt unter anderem von den kulturellen Gepflogenheiten ab. Die Deutschen lieben’s eher leicht. In anderen Ländern dagegen mag man es auch deftiger, da gehören zum Beispiel Rührei mit Schinken oder Speck dazu. Das kommt dann vielleicht auch eher jemandem entgegen, der körperlich schwer arbeiten muss.

Trinken ist am Morgen wichtig

Eine Tasse Kaffee (Foto: Pixabay/katjasv)

Aber ganz gleich, welcher Typ man nun ist: Getränke tun am Morgen auf jeden Fall gut. Denn nach der langen Nacht ist es wichtig, den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen, betont Raschka. Kaffee zum Beispiel erhöht durch sein Koffein auch noch das Konzentrationsvermögen. Es darf aber gerne auch Tee sein, Kakao oder ähnliches, ganz nach Geschmack.  


Auch Thema auf SR 1 am 13.11.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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