Schule in Frankreich (Foto: SR)

Verschärfte Corona-Maßnahmen in Frankreichs Schulen

  02.02.2021 | 16:18 Uhr

Die Schulen in Frankreich bleiben weiterhin geöffnet. Ab sofort gelten dort allerdings strengere Regeln.

Schnellere Reaktion auf Risiko-Kontakte

Bislang galt in Frankreich die Regel: Es mussten drei Kinder in den Vorschulen positiv getestet werden, damit man die anderen Kinder als Risiko-Kontakte einstufen konnte. Jetzt gelten alle Schüler schon beim ersten positiven Fall als Risiko-Kontakte. Dann wird sofort die ganze Klasse nach Hause geschickt und für eine Woche per Fernunterricht weiter unterrichtet. Das hat die zuständige Akademie in Nancy beschossen, berichtet SR Reporterin Lisa Huth. Diesen Fall gab es auch bereits: In der Nähe von Metz musste eine ganze Schule geschlossen werden.

Strengere Maskenplicht für Lehrer

Die Lehrkräfte müssen ab sofort Masken tragen, die 90 Prozent der Aerosole abhalten. Das nennt sich Kategorie eins. Dazu zählen FFP2-Masken, medizinische Masken, aber auch bestimmte, vom Ministerium offiziell zugelassene und verteilte Stoffmasken.

Die Lehrer sind jetzt auch angehalten, öfter zu lüften: Statt bisher alle zwei Stunden soll jetzt jede Stunde für ein paar Minuten für frische Luft in den Klassen gesorgt werden.

SR 1-Frankreichreporterin Lisa Huth über die Situation an Frankreichs Schulen
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SR 1-Frankreichreporterin Lisa Huth über die Situation an Frankreichs Schulen

Strengere Abstandsregelung

Die Abstandsregelung wurde von 1 bis 1,5 Meter auf 2 Meter erweitert. Das gilt nun auch für Schulkantinen, wo die Stühle nun auseinandergerückt werden müssen oder auch für die Betten in den Schlafsälen der Internate.

Diskussion um Schulschließung

Auch in Frankreich wird weiterhin diskutiert, ob die Schulen nicht doch komplett geschlossen werden sollen. Frankreichs Regierung steht jedoch auf dem Standpunkt: Lieber hier und da Klassen für eine Woche schließen, als gar keinen Präsenzunterricht anzubieten. Sie begründet das mit den Auswirkungen auf die Kinder: Dabei fällt oft das Wort "fragile", das heißt, die Kinder könnten psychische Probleme bekommen oder schon haben, wenn sie so isoliert sind. Außerdem hätten auch viele Eltern große Schwierigkeiten, ihre Kinder zuhause zu betreuen. Der Staat biete den Kindern daher lieber einen regelmäßigen Rhythmus und ein einigermaßen kontinuierliches Lernen an, als sie zuhause zu lassen, wo viele auch keine Möglichkeit für den Fernunterricht haben.


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Auch Thema auf SR 1 am 02.02.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland.'

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