Ein Flüchtling hält eine Aufenthaltsgestattung in den Händen. (Foto: dpa)

Flüchtlingsrat kritisiert Bürokratie beim Familien-Nachzug

Oliver Buchholz   21.07.2020 | 12:30 Uhr

Der Nachzug engster Familienangehörige ist Flüchtlingen aus Eritrea garantiert, allerdings gibt es gerade bei Eritreern oft große Probleme. Das jedenfalls kritisiert der saarländische Flüchtlingsrat.

Flüchtlingsrat: Nachzug eritreischer Familienangehörige zu bürokratisch
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Flüchtlingsrat: Nachzug eritreischer Familienangehörige zu bürokratisch

Der saarländische Flüchtlingsrat fordert, dass der Familiennachzug großzügiger gestattet werde und Nachweise zum Beispiel über Eheschließungen öfter anerkannt werden. Vor allem bei Flüchtlingen aus dem ostafrikanischen Eritrea sei auffällig, wie lange Behörden Anfragen unbeantwortet lassen oder übertrieben hohe Auflagen an Nachweise stellten, so die Kritik.

Der Eindruck entstehe, dass der Familiennachzug hier bewusst verzögert werde, sagt Peter Nobert vom saarländischen Flüchtlingsrat. Exemplarisch sei die Geschichte einer Familie, die 2016 nach Deutschland kam. Die Mutter und das jüngste Kind leben im Saarland, der Vater wurde einem anderen Bundesland zugeteilt. Ein weiteres, damals zwei Jahre altes Kind, mussten sie zurücklassen. Seitdem versuchen sie, den minderjährigen Jungen zu sich zu holen.

Eritrea - das „Nordkorea Afrikas"

Eritrea wird auch als das „Nordkorea Afrikas“ bezeichnet. Presse- oder Religionsfreiheit gibt es dort nicht. Mit 14 Jahren werden Jungen auf unbekannte Zeit vom Militär eingezogen und Flüchtlinge werden hart bestraft, auch Folter soll laut UNO an der Tagesordnung sein.


Auch Thema auf SR 1 am 21.07.2020 in der Sendunng 'Hallo Saarland'.

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