Eine Kuh auf der Weide (Foto: SR)

"Der Verbraucher dürfte nicht in die Irre geführt werden"

  16.01.2019 | 09:00 Uhr

Erst hat man ein gutes Gefühl, wenn im Supermarkt auf der Fleischpackung steht "aus Weidehaltung" oder "artgerecht". Aber dann fragt man sich: "Stimmt das auch?" Die Verbraucherzentralen haben das jetzt untersucht. Wir haben bei Barbara Schroeter von der Verbraucherzentrale im Saarland nachgefragt, wie sehr wir solchen Aufdrucken wie "artgerechte Haltung" oder "Weidehaltung" vertrauen können.

"Artgerecht", "Weidehaltung" - Kann man diesen Bezeichnungen trauen?

Barbara Schröter von der Verbraucherzentrale Saarland rät, immer skeptisch zu sein und die Bezeichnung zu hinterfragen. Der Handel weiß, dass immer mehr Konsumenten heute Wert auf artgerechte Haltung legen und nutzt dies auch zu Marketingzwecken. Gerade die Bezeichnung "Weidehaltung" ist nur ein Marketingbegriff, so lange nicht deutlich deklariert ist, wie lange die Tiere auf der Weide stehen und wie sie sonst gehalten werden.

"Der Verbraucher dürfte nicht in die Irre geführt werden"
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"Der Verbraucher dürfte nicht in die Irre geführt werden"

Nachvollziehbare Aussagen zur Tierhaltung hat die Verbraucherzentrale nur vereinzelt und fast nur bei Geflügelfleisch gefunden. Hier gibt es Anhaltspunkte wie "extensive Bodenhaltung" oder "bäuerliche Freilandhaltung". Die Begriffe sind festgelegt und wer sie benutzt, muss die Tiere auch entsprechend halten.

Was sollte sich ändern?

In Frankreich gibt es das staatlich kontrollierte "Label rouge". Für Deutschland fordern die Verbraucherzentralen, dass die Verbraucher nicht in die Irre geführt werden dürfen. Vor allen Dingen sollte das Tierschutzgesetz endlich eingehalten werden. Aber dieses Gesetz wird durch die Nutztierverordnung stark eingeschränkt und die Tiere durchaus eine sehr schlechte Haltung unter Umständen haben.


Mehr Infos bei der Verbraucherzentrale Saarland

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