Mathias Fischedick   (Foto: Armin Zedler)

Profi-Tipps fürs Homeoffice

  27.05.2020 | 22:05 Uhr

Für viele von uns ist es ungewohnt und dennoch jetzt Alltag geworden: Homeoffice. Wie wir damit besser klar kommen, haben wir einen Experten gefragt, der für die SR 1 Hörer kein Unbekannter ist: Job-Coach Mathias Fischedick kennt viele Tipps, die uns jetzt das Arbeiten zuhause erleichtern können.

Den Arbeitsplatz klar abtrennen

Wichtig ist ein fester Arbeitsplatz, der immer aufgebaut ist, mit einem guten Bürostuhl und einem Tisch, der genügend Platz bietet. Diesen Arbeitsbereich sollte man deutlich vom privaten Bereich abgrenzen. Wenn möglich, auch räumlich. Nicht nur, damit man in Ruhe arbeiten kann, auch psychologisch kann man sich dann besser auf die Arbeit fokussieren. Notfalls lässt sich zumindest die Geräuschkulisse mit Noise Cancelling Kopfhörern abschotten.

Strukturiert und vorausschauend arbeiten

Wegen jeder Kleinigkeit bei den Kollegen nachfragen - das geht beim Homeoffice schlecht. Daher ist es sinnvoll, bevor man mit seiner Arbeit beginnt, zu überlegen, welche Informationen man dazu benötigt. Die kann man dann insgesamt abfragen.

Auch alles, was nicht sofort geklärt werden muss, kann man sammeln und später en bloc besprechen. Ob mit einem einzelnen Kollegen oder in einem Meeting, das hängt vom Thema ab. Auch an virtuellen Meetings sollten nur die teilnehmen, die es betrifft. Wenn dann alle die notwendigen Infos schon vorab schriftlich erhalten haben, können sie sich vorbereit ins Meeting zuschalten und Entscheidungen schneller getroffen werden.

Homeoffice hat den Vorteil, dass man nicht ständig von Kollegen unterbrochen oder abgelenkt wird. Dadurch kann man viel konzentrierter arbeiten und schneller fertig werden. Perfektionisten allerdings haben so mehr Zeit, um noch perfekter zu arbeiten.

Virtuelle Kontakte

Um die fehlenden sozialen Kontakte auszugleichen, tut es gut, virtuelle Meetings per Video-Schalte abzuhalten, damit man sich nicht nur hört, sondern auch sieht und erfährt, wie es den anderen geht. Denn auch die menschliche Komponente sollte nicht auf der Strecke bleiben. Darüber hinaus kann die Familie zuhause auch fehlende soziale Kontakte ausgleichen.

Profi-Tipps fürs Home-Office
Audio [Länge: 11:26 Min.]
Profi-Tipps fürs Home-Office
Christian Balser im Gespräch mit Job-Coach Mathias Fischedick

Klarheit schafft Sicherheit

Meldet sich der Chef zu oft, fühlt man sich kontrolliert. Meldet er sich nur selten, erweckt das den Eindruck, dass er sich gar nicht für die Arbeit interessiert. Aus dem Dilemma helfen klare Ansagen: Als Chef sollte man daher immer deutlich machen, warum man sich bei dem Mitarbeiter meldet.

Übrigens: Das Gesetz erlaubt auch, dass der Chef den Mitarbeiter besuchen darf, um die Homeoffice Arbeitsstelle zu begutachten. Dabei geht es vorallem darum, festzustellen, ob die Gesundheits- und Arbeitsschutzbedingungen auch beim Heimarbeitsplatz erfüllt sind, und dass es dem Mitarbeiter beim Homeoffice gut geht. Wichtig: Der Besuch muss angekündigt werden, und alle im Haushalt lebenden Personen müssen dem Besuch zustimmen. Und: Der Chef darf sich nur den Arbeitsplatz ansehen, sonst nichts.

Struktur gegen die Aufschieberitis

Wenn man nicht weiß, womit man beginnen soll, dann fängt man gar nicht an. Gegen das Chaos im Kopf hilft Struktur: am besten in Form einer To-Do-Liste. In die trägt man ein, was man tun will und in welcher Reihenfolge. Und dann braucht man nur noch eines zu tun: mit der Arbeit anfangen! Selbst wenn man sich vornimmt: erst mal nur für zehn Minuten - die Erfahrung zeigt, dass man in der Regel doch dran bleibt und weitermacht. Wenn man seine Liste dann noch in den Firmenkalender einträgt, wissen auch Chef und Kollegen, was man wann macht und wann man Zeit für eventuelle Gespräche hat oder auch nicht.

Homeoffice und Homeschooling

Wer zuhause auch noch die Kinder betreuen muss, weil KiTas und Schulen geschlossen sind, auch dem hilft es, für Struktur zu sorgen: Also am besten feste Zeiten vereinbaren, wann gelernt wird, und wann gespielt werden darf. Und auch, wann die Kinder ihre Aufgaben eigenständig erarbeiten, sodass die Erwachsenen in dieser Zeit auch bei ihrer Arbeit ungestört sind.

Kontaktwege klären

Damit wichtige Informationen nicht übersehen werden oder verloren gehen, sollte vorab mit jedem Kollegen geklärt werden, auf welchem Weg - per Telefon, E-Mail, WhatsApp etc - er am besten zu erreichen ist.


Guten Morgen ins Saarland!
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Auch Thema auf SR 1 am 28.03.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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