Mathias Fischedick - Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein (Foto: Piper Velag)

Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein

  03.05.2021 | 00:00 Uhr

Die SR 1 Hörer kennen Mathias Fischedick bereits von unserer Comedy 'Überleben unter Kollegen', in der der Jobcoach uns mit vielen Tipps erklärt hat, wie der Spaß an der Arbeit nicht verloren geht. Heute erscheint sein neues Buch, in dem es darum geht, wie wir unsere Energie am besten einsetzen.

Buchtipp

Mathias Fischedick:
Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein
Piper Verlag
11,- Euro

Unsere Welt dreht sich immer schneller. Das Pensum, das wir täglich in Beruf, Familie und Freizeit erledigen wollen oder müssen, steigt. Doch nur selten haben wir das Gefühl, dass wir unseren Ansprüchen oder denen anderer gerecht werden. Stress und Überforderung sind die Folge. Was kann man dagegen tun?

Kein Multitasking

Multitasking ist keine Lösung, erklärt Jobcoach Mathias Fischedick. Denn viele glauben, sie sparen Zeit, wenn sie mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen, also zum Beispiel telefonieren während sie eine Mail beantworten und im Fernsehen noch die aktuellen Nachrichten verfolgen. Doch das funktioniert nicht wirklich, sagt Fischedick. Denn unser Gehirn kann sich immer nur auf eine Aufgabe konzentrieren. Erledigen wir mehrere Sachen gleichzeitig, bekommt man von allem nur einen Teil mit. Die Folge: Man macht mehr Fehler, die im Nachhinein wieder Zeit kosten. Außerdem, sagt Jobcoach Mathias Fischedick, muss das Gehirn jedes Mal Energie für den ständigen Wechsel zwischen den Aufgaben aufbringen. Diese Energie kann man sinnvoller einsetzen.

Deshalb sein Tipp: Kein Multitasking, sondern lieber eine Sache nach der anderen fokussiert in Angriff nehmen. Dann ist man schneller und erreicht mehr.

Auf den Energielevel achten

Mathias Fischedick: "Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein"
Audio
Mathias Fischedick: "Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein"

Bei gutem Timing lässt sich an einem Tag viel erledigen. Gegen ein gutes Zeitmanagement ist also grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber Menschen sind keine Maschinen, so Fischedick, die die gleiche Aufgabe jederzeit gleich gut erledigen. Bei uns macht es sehr wohl einen Unterschied, ob wir nachts um zwei Uhr oder nachmittags um vier Uhr etwas tun. Das Ergebnis unseres Tuns hängt nämlich auch viel von unserer Verfassung ab. Wenn wir ausgeruht und motiviert sind, erreichen wir bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit, als wenn wir erschöpft und gereizt sind.

Wir haben alle nur 24 Stunden am Tag, die wir nutzen können, egal, was wir tun. Unsere Zeit ist also begrenzt. Bei der Energie ist das anders, die lässt sich immer wieder steigern.

Daher der Tipp des Jobcoaches: Wer viel erreichen will, sollte nicht nur auf seinen Terminkalender achten, sondern auch auf seinen Energielevel und prüfen: Was gibt mir Energie? Was raubst sie mir? Denn wer gut mit seiner Energie haushaltet, schafft auch mehr, ohne geschafft zu sein.

Dabei spielt Ablenkung eine wichtige Rolle. Hier schnell eine Nachricht beantworten, da kurz mit dem Kollegen reden - Ablenkungen sorgen dafür, dass wir uns danach immer wieder neu auf unsere Aufgabe fokussieren müssen. So hat zum Beispiel eine Studie herausgefunden, wer seine Arbeit kurz unterbricht, nur um eine Textnachricht zu lesen, braucht anschließend acht (!) Minuten, um wieder ganz bei der Sache zu sein. Das kostet kostbare Energie.

Kleine Morgenroutine für einen guten Start in den Tag

Oft rauben wir uns auch selbst unnötigerweise Energie. Morgens zum Beispiel durch die Snooze-Taste des Weckers. Denn das Hoch- und Runterfahren des Kreislaufs kostet viel Energie. Und der Stress, den man dann hat, weil man am Ende (zu) spät dran ist, auch.

Der Tipp vom Experten: Besser gleich aufstehen und erst mal für eine Viertelstunde etwas tun, worauf man Lust hat, sei es Sport, Lesen, Musik hören ... das gibt Energie. Und das am besten jeden Tag. Wer sich solch eine Morgenroutine überlegt, kann immer gut gelaunt und mit Energie den Tag beginnen.

Kleine Pausen für mehr Power im Alltag

Mathias Fischedick rät: Öfter mal den Energielevel überprüfen! Wenn er niedrig ist, sollte man nicht zu Koffein oder Zucker greifen, sondern besser mal eine kleine Pause einlegen. Fünf bis zehn Minuten genügen schon. Wichtig ist, sich zu überlegen, wie man die Arbeit unterhaltsamer gestalten kann. Denn mit dem Spaß steigt auch der Energievorrat. Und je mehr Freude man hat, desto schneller ist man fertig. Das mach froh und zufrieden, was wiederum Energie gibt. Und je mehr Energie man hat, desto mehr schafft man in kürzester Zeit.

Mehr Tipps von Mathias Fischedick

Ratgeber
Profi-Tipps fürs Homeoffice
Für viele von uns ist es ungewohnt und dennoch jetzt Alltag geworden: Homeoffice. Wie wir damit besser klar kommen, haben wir einen Experten gefragt, der für die SR 1 Hörer kein Unbekannter ist: Job-Coach Mathias Fischedick kennt viele Tipps, die uns jetzt das Arbeiten zuhause erleichtern können.


Im Homeoffice
Der "Flurfunk" tut der Seele gut
Das Schwätzchen am Arbeitsplatz gehört normalerweise dazu. In Zeiten von Corona sind viele Büroarbeiter allerdings ins Homeoffice umgestiegen. Braucht man den "Flurfunk" überhaupt oder arbeitet es sich besser ohne?


Auch Thema auf SR 1 am 03.05.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja