Familie Schwan aus Bliesmengen-Bolchen (Foto: SR 1/Marc Weyrich)

Seit fast einem Jahr in der Notunterkunft

  27.03.2019 | 15:45 Uhr

Die Nacht zum 1. Juni 2018 wird bei vielen Saarländern wohl lange in Erinnerung bleiben. Ein furchtbares Unwetter zog über das Land und verwüstete einzelne Ortschaften. Die meisten Opfer sind mittlerweile wieder in ihren Häusern. Aber Familie Schwan aus Bliesmengen-Bolchen ist weiter in einer Notunterkunft untergebracht.

Schicksal der Familie Schwan aus Bliesmengen-Bolchen
Audio [SR 1, Marc Weyrich, 27.03.2019, Länge: 01:35 Min.]
Schicksal der Familie Schwan aus Bliesmengen-Bolchen

Seit 300 Jahren ist das Haus der Schwans im Familienbesitz, aber seit das Unwetter 2018 über das Saarland zog, ist das Gebäude unbewohnbar. Noch immer ist trockener Schlamm in den Räumen und Schimmel an den Wänden. "Wir haben für das Gebäude keine Elementarversicherung und auf Grund meiner Privatinsolvenz, die bis 2017 gelaufen ist, bekommen wir kein Geld von einer Bank.", erklärt Hausbesitzer Carsten Schwan.

In den letzten 30 Jahren war das jedoch nicht das erste Hochwasser im Haus der Schwans. Vor dem Haus fließt ein Bach in ein Rohrsystem, doch das wurde seit 1966 unter anderem wegen eines Wasserrohrbruchs verkleinert. "Ich erwarte von der Gemeinde, dass sie ihrer Fürsorgepflicht nachgeht", fordert Alexandria Schwan.

Doch so einfach ist das für die Gemeinde nicht. Der Bürgermeister Gerd Tussing (CDU) hat erklärt, dass er alle Bürger gleich behandeln muss. "Ich könnte anbieten, die Fraktionsvorsitzenden einzuladen und die Familie. Aber das Ergebnis ist offen." Finanzspritzen müssen rechtlich abgesichert sein. Es soll aber schnell einen Termin geben, damit die Familie und die Gemeindevertreter an einen Tisch kommen.

Immerhin ist vergangene Woche die Entscheidung beim Land gefallen, dass die Familie 27.000 Euro bekommen soll. Doch insgesamt beläuft sich der Schaden auf 90.000 Euro.

Rückblick

Auch Thema in der SR 1 Sendung "Hallo Saarland" vom 27.03.2019.

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