Logos sozialer Netzwerke (Foto: pixabay/LoboStudioHamburg)

Kampf gegen die "Infodemie"

  16.03.2020 | 13:00 Uhr

Fehlinformationen über den Coronavirus verbreiten sich aktuell beinahe so schnell wie das Virus selbst. Und sind fast so gefährlich. Die WHO nennt die Fülle an Fake News "Infodemie" und warnt eindringlich davor.

Derzeit breitet sich eine Flut an Falschnachrichten und Mythen rund um den Corona-Virus in sozialen Netzwerken aus. Von ganz einfachen Heilmitteln wie Salz, Sesamöl und Knoblauch bis hin zu wilden Spekulationen über die Herkunft des Virus ist alles dabei. Auch über WhatsApp gibt es immer mehr Kettenbriefe und Sprachnachrichten von vermeintlichen Insiderquellen aus der Regierung oder von Ärzten.

Die "ganze Wahrheit" über das Coronavirus

Das Interesse an Informationen und der "ganzen Wahrheit" - denn die Medien halten Informationen nach Überzeugung vieler zurück - über das Virus ist derzeit besonders groß. Genau die findet man nach Andre Wolf vom Verein Mimikama, eine private Initiative, die über Internetmissbrauch aufklärt, aber vor allem in Kettenbriefen über WhatsApp nicht. "Menschen bekommen die Kettenbriefe von Personen, denen sie vertrauen und senden diese auch weiter - im guten Glauben, dass das passt was dort drin steht."

So wurde zum Beispiel die Nachricht verbreitet, Ibuprofen verschlimmere den Verlauf der durch das Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19. Als Quelle wird in der Nachricht eine Freundin angegeben, die angeblich am Universitätsklinikum in Wien arbeitet. Über Twitter hat die Universität bereits klargestellt, dass es sich dabei um eine Falschnachricht handelt.

Gefährliche Mythen

Die Fake News rund um das Coronavirus können mitunter auch gefährlich sein. So kursiert im Netz unter anderem die Behauptung, das Inhalieren von Rauch von Feuerwerk schütze vor dem Virus. An dieser Stelle seit betont, dass das Einatmen von Rauch in jedem Falle schädlich ist.

Neben Fehlinformationen über Heilmittel und Schutzmaßnehmen findet man auch besonders häufig Angaben zur vermeintlichen Herkunft. Sogar Bill Gates soll Patentinhaber des Coronavirus sein. Was all die Fake News gemeinsam haben, ist dass sie Unsicherheit und Panik unter der Bevölkerung schüren.

Maßnahmen gegen die "Infodemie"

Um der Flut an Fehlinformationen entgegen zu wirken, hat die WHO eine eigene Social-Media-Kampagne gestartet. Auf Facebook, Twitter und Instagram klärt die WHO auf, was stimmt und was nicht.

Andre Wolf empfiehlt, über Social Media verbreitete Informationen, bei denen die Quellen unsicher oder fragwürdig sind, zu ignorieren. Diese, so Wolf, sorgen eher für Unruhe und Panik. Stattdessen sollte man sich auf seriöse Medien mit verifizierten Quellen verlassen.


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Auch Thema in den Sendungen auf SR 1 am 16.03.2020

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