Ein Radfahrer befährt einen Fahrradstreifen zwischen zwei Fahrbahnen. (Foto: Pixabay/Pexels)

Erste Bilanz des Fahrradgipfels Saarland

mit Infomationen von Stefan Deppen   17.02.2020 | 11:12 Uhr

Vor einem Jahr hat der erste saarländische Fahrradgipfel stattgefunden. Damals haben auf Einladung des Verkehrsministeriums die Teilnehmer über Möglichkeiten diskutiert, wie das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag gestärkt werden kann. Was hat sich getan?

"Es ist einiges in Bewegung"
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"Es ist einiges in Bewegung"
Ein Jahr nach dem Fahrradgipfel bleibt eine durchwachsene Bilanz.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit, zur Schule und Uni oder zum Einkaufen fahren - im Saarland soll dies zur alltäglichen Mobilität werden. Doch im Vergleich zu anderen Städten nimmt das Fahrrad bei uns landesweit gerade mal 2 Prozent im Sraßenverkehr ein. Ein bundesweiter Minusrekord. In Saarbrücken sieht es etwas besser aus - dort hat das Fahrrad einen Anteil von vier Prozent. Doch diese Situation soll sich ändern. Aus diesem Grund hatte das saarländische Verkehrsministerium vor einem Jahr zum Fahrradgipfel eingeladern. Aber was ist daraus geworden? Gibt es Verbesserungen oder war es ein verlorenes Jahr?

Thomas Fläschner, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Saar, sagt, dass zwar einiges in Bewegung gekommen sei, dies aber nur die Anfänge seien. Es gebe noch vieles zu verbessern.

Lob für Anlaufstelle für Kommunen

Ein guter Anfang ist die Förderlotsenstelle bei der Energieberatung Saar. Bei der vom Land eingerichteten Anlaufstelle können sich Kommunen beraten zu lassen, wie man zum Beispiel Radwege plant und wie man an Fördergelder kommt, um die Pläne und Ideen umzusetzen. Diese Anlaufstelle werde auch gut angenommen. Das werde langfristig auch Veränderungen im Sinne der Radler bewirken.

Allerdings fehlt es nicht nur an Geld, sondern auch an kompetentem Personal, das sich speziell um die Fahrradangelegenheiten wie Radwege-Planung - oder ausbau kümmert. Oft gibt es nur einen Verkehrsplaner, der dies nicht leisten kann, da der Fahrradverkehr ein spezielles Gebiet in der Planung darstellt. Saarbrücken geht hier als gutes Beispiel voran: Die Landeshauptstadt beschäftigt einen hauptberuflichen Fahrradbeauftragten. Trotzdem dauern Veränderungen und Verbesserungen sehr lange.

Rückschläge gibt es auch

Bei allem guten Willen, die Verkehrssituation für Fahrradfahrer zu verbessern, gibt es auch immer wieder Rückschläge. So wurden zum Beispiel in Homburg und in St. Ingbert Radwege über Nacht aufgehoben. In Homburg geschah dies zugunsten von Parkplätzen. Doch der ADFC hat schnell reagiert und die Aufhebung wurde zurückgenommen.

Der Anfang ist gemacht, aber ...

Um das Radfahren im Saarland als Alternative zum Auto werden lassen, sagt Thomas Fläschner, müsse man jetzt bei der Sache am Ball bzw. den Verantwortlichen auf den Fersen bleiben. Dazu brauche es Zeit, politischen Willen, Geld, gute Leute an den entsprechenden Stellen und auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger.


Thema auf SR 1 auch in der Sendung "Dein Vormittag" am 17.02.2020

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