Kind auf einem Fahrrad (Foto: Pixabay/markusspiske)

Fahrrad-Boom verursacht lange Lieferzeiten

  03.03.2021 | 11:28 Uhr

Fahrräder sind derzeit heiß begehrt, die Nachfrage groß. Der Nachteil dabei ist, dass man wochenlange Wartenzeiten in Kauf nehmen muss. Worauf sollte man achten, wenn man sich jetzt ein Fahrrad kaufen möchte?

Lange Lieferzeiten

Worauf man beim Fahrradkauf achten sollte
Audio [SR 1, Christian Balser, Jessica Ziegler, 03.03.2021, Länge: 01:28 Min.]
Worauf man beim Fahrradkauf achten sollte

Die Corona-Zeit bringt es mit sich: Man fährt wieder mehr Rad. Entsprechend groß ist auch die Nachfrage nach Rädern. Wer sich allerdings jetzt ein neues Rad zulegen möchte, der muss unter Umständen damit rechnen, dass das Bike im Katalog inzwischen ausverkauft und gar nicht mehr lieferbar ist, erklärt Jörg Faust vom Fachgeschäft "Stadtrad Homburg" in Bexbach. Man muss also schon Glück haben, wenn das passende Rad gerade im Laden vorrätig ist. Oder sich auf eine beträchtliche Wartezeit einstellen, denn die große Nachfrage führt zu langen Lieferzeiten. Die Hersteller und Zulieferer kommen mit der Produktion gar nicht mehr nach.

Worauf man beim Fahrradkauf achten sollte

Grundüberlegungen

Zunächst sollte man sich überlegen, für welche Gelegenheit das Rad gebraucht wird: Ist es nur für die Stadt gedacht oder will man damit richtige Touren unternehmen? Dann sollte es natürlich stabiler und hochwertiger sein. Auch über die Ausstattung sollte man sich Gedanken machen. Denn nur sinnvoll ausgestattete Fahrräder sind im Alltag wirklich praktisch, so der ADFC. Schließlich sollte man auch sein Budget festlegen, also den Betrag, den man ausgeben will oder kann. Denn preislich gibt es nach oben im Grunde keine Grenze.

Die Größe muss passen

Das Rad muss zur Körpergröße passen. Daher gibt es meist verschiedene Rahmengrößen. Die Rahmenhöhe richtet sich nach der Schritt- und Oberkörperlänge des Fahrers. Man soll gerade sitzen können, immer die Kontrolle über das Rad haben und sicher absteigen können. Ob das Rad passt oder nicht ist aber auch eine Frage des Gefühls - deshalb ist eine Probefahrt unerlässlich.

Wahl des Sattels

Beim Sattel gibt es auch enorme Unterschiede. Ein Damensattel ist in der Regel weicher gepolstert, kann aber durchaus auch für Herren manchmal bequemer sein. Die Empfehlung: ausgiebig testen!

Wie viele Gänge brauche ich?

Nicht immer sind 27 Gänge notwendig. Es können oft ohnehin nur 15 oder 16 tatsächlich genutzt werden. Sportliche Fahrer sollten mehr Wert auf Gangvielfalt legen als Stadtfahrer. Für das sportliche, schnelle Fahren empfiehlt sich eine Kettenschaltung.

Darauf kommt es beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads an

Ein gebrauchtes Fahrrad ist meist um ein Vielfaches günstiger als ein neues Modell. Doch sollte man den Vorbesitzer und das Fahrrad gründlich in Augenschein nehmen. Bei der Probefahrt unbedingt auf die Bremsen und die Schaltung achten. Und natürlich auch überprüfen, ob der Rahmen des Rades noch in Ordnung ist. Wenn er Risse hat oder die Gabel verbogen ist, sollte man das Rad auf keinen Fall kaufen, rät Joachim Haase vom ADFC.

Der ADAC hat eine Checkliste zusammengestellt, um den technischen Zustand des Fahrrades besser beurteilen zu können.

Wartezeiten auch in Werkstätten

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Audio [SR 1, Christian Balser, Jessica Ziegler, 03.03.2021, Länge: 01:19 Min.]
Wie macht man sein Fahrrad fit für den Frühling?

Glück hat auch, wer noch sein altes Rad im Keller oder in der Garage stehen hat. Doch nach der Winterpause sollte man es erst mal gründlich durchchecken. Aber auch wer sein Rad nur zur Inspektion bringen möchte, muss derzeit vier, fünf Wochen Geduld mitbringen, so Faust, denn die Terminbücher der Werkstätten sind voll. Rascher geht's beim Schnell-Service für einfachere Sachen wie Reifenwechsel und ähnliches - vorausgesetzt, die Teile sind vorrätig. Wenn nicht, muss auch der, der vielleicht nur eine Kette oder ein paar Bremsbeläge braucht, unter Umständen auf diese Teile vier bis sechs Wochen warten, erklärt Faust.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hilft

Es wird empfohlen, das Fahrrad einmal im Jahr vom Fachmann überprüfen zu lassen. Im Fahrradladen kostet eine kleine Inspektion etwa 40 Euro, eine große um die 80 Euro. Im Winter bieten manche Fahrradhändler auch Sonderkonditionen. an.

Alternativ kann man auch die Hilfe des ADFC in Anspruch nehmen. Der darf zwar keine Reparaturen durchführen, aber man hat die Möglichkeit, sein Rad in der ADFC-Selbsthilfe-Werkstatt unter fachkundiger Betreuung selbst zu reparieren. "Wir haben Leute, die genug Erfahrung haben, und schauen auch kostenlos auf die Fahrräder drauf", erklärt Joachim Haase vom ADFC. Ersatzteile muss man allerdings selbst besorgen.

Die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt befindet sich am St. Johanner Markt in Saarbrücken (Evangelisch-Kirch-Straße 8 / Nebeneingang zum Haus der Umwelt in der Kronenstraße). Sie ist samstags von 12.30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet: von April bis September an jedem Samstag, im Winter nur alle 2 Wochen. Für ADFC-Mitglieder ist das Angebot kostenlos, alle anderen zahlen 5 Euro.

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Auch Thema auf SR 1 am 03.03.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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