FaceApp (Foto: picture alliance/Emmi Korhonen/Lehtikuva/dpa)

#faceappchallenge: Bedenklicher Trend?

  18.07.2019 | 20:05 Uhr

Momentan kursieren in WhatsApp viele lustige Fotos von Freunden, die plötzlich gealtert sind. Die "FaceApp" geht mit ihren Filtern, die uns rapide altern oder jung werden lassen, viral. Aber die Sache hat leider einen Haken, denn unsere Daten sind in der App wahrscheinlich nicht sicher.

Wer wissen möchte, wie er in 30 Jahren aussieht, der muss auch ein von Foto von sich in der FaceApp hochladen. Das heißt: Die Bilder bleiben nicht auf dem Smartphone, sondern landen auf dem Server der App. Als Nutzer überlässt man der Firma alle Rechte an seinem Bild und zwar unbefristet. Der Anbieter der App kann dann damit machen, was er will, zum Beispiel auch an Dritte weitergeben.

Lustiger Trend mit Konsequenzen
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Lustiger Trend mit Konsequenzen
SR-Reporter Carl Rolshoven klärt über die bedenklichen Hintergründe der FaceApp und die damit verbundenen Datenschutzrisiken auf.

Das kennt man von facebook und ist grundsätzlich bei vielen Apps auch der Fall. Allerdings weiß man über das in Russland basierte Unternehmen "Wireless Lab", das hinter der FaceApp steckt, vergleichsweise wenig. "Daher ist diese Firma auch noch sehr schwer einzuschätzen" erklärt SR-Reporter Carl Rolshoven. Der führende US-Demokrat Chuck Schumer sieht darin ein hohes Sicherheitsrisiko und fordert eine FBI-Untersuchung. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber ist besorgt.

Obwohl der Gründer der FaceApp sich nun zu Wort gemeldet hat und nach seiner Aussage die Fotos nach zwei Tagen von den Servern gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben werden, raten Datenschützer und Informatiker von der Nutzung der App ab. Der neue Trend ist also mit Vorsicht zu genießen. Mal davon abgesehen: Wer will schon wissen wie er aussieht, wenn er alt ist? ;-)


Auch Thema auf SR 1 am 18.07.2019 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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