Husten (Foto: Pixabay/nastya_gepp)

Wie gehen Unternehmen mit Krankheitssymptomen um?

  12.10.2020 | 09:17 Uhr

Es kratzt im Hals, man fühlt sich schlapp und die Nase läuft - für die Erkältungszeit im Herbst und Winter eigentlich ganz normal. Aber in Zeiten von Corona können diese Symptome auch erste Alarmzeichen sein. Das bringt Betriebe aktuell in eine Ausnahmesituation, in der die Arbeitgeber als auch die Mitarbeiter verschiedene Maßnahmen ergreifen.

Großunternehmen und Betriebe

Welche Maßnahmen genau ergriffen werden, hängt von der Art und dem individuellen Aufbau des Betriebs ab. Beim Autohersteller Ford gibt es beispielsweise vor jeder Schicht für alle Mitarbeiter eine Gesundheitsbefragung und Temperaturmessung, erklärt SR 1-Wirtschaftsredakteurin Katrin Mayer.

Mit Erkältung auf die Arbeit
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Mit Erkältung auf die Arbeit

Gefragt werden die Beschäftigten auch nach Erkältungssymptomen, so Betiebsratsvorsitzender Markus Thal: "Wenn diese Frage mit ja beantwortet wird, dann kann der Mitarbeiter zunächst die Arbeit nicht aufnehmen, sondern muss seinen Arzt aufsuchen und das Ganze abklären lassen, bevor er dann ins Werk kann."

Je nach Diagnose, die beim Arzt gestellt wird, muss der Mitarbeiter sich mit seinen Vorgesetzten in Verbindung setzen und abklären, wann er wieder zur Arbeit kommen kann.

Die Folge ist zurzeit: Täglich fehlen 100 Mitarbeiter, die sich aus Vorsichtsgründen abmelden oder erst zum Arzt müssen. Das verursacht hohe Kosten, wie auch die ganzen Hygienemaßnahmen: Unter anderem werden täglich neue Einmal-Masken ausgegeben.

Ford beschäftigte jetzt 180 Leiharbeitnehmer, um die Ausfälle zu kompensieren. Dennoch hat diese strenge Regelung laut Thal einen plausiblen Grund: "Man vermeidet Infektionen auf dem Werksgelände und somit auch einen möglichen Stillstand der Produktion. Uns allen fällt das hier und da ein bisschen schwer, aber es gibt ja aktuell auch keine Alternative dazu."

Die IG Metall bestätigt: Solche Regeln müssen derzeit überall in der Industrie gelten - ein Mitarbeiter mit Erkältungssymptomen sollte nicht ins Werk kommen.

Handwerk und kleinere Unternehmen

Auch kleinere Unternehmen und Betriebe des Handwerks müssen sich besonderen Herausforderungen stellen.

Heizungsbauer und -monteure tragen beispielswiese beim Kunden eine Maske und halten Abstand.

Bei Friseuren ist die Abstandsregelung natürlich deutlich komplizierter. Innungsmeister der Friseure im Saarland Mike Ulrich sagt dazu: "Offiziell heißt es, wir sollen keine Kunden behandeln die Symptome haben - vor allem Fieber. Bei Erkältungssymptomen kommt es immer drauf an, aber wenn jemand stark erkältet ist, wird er bei uns nicht behandelt."

In der IT-Branche ist das Ganze deutlich leichter. Bei Metalevel in Saarbrücken ist Home-Office die Lösung: Wer sich nicht gut fühlt und lieber nicht in den Betrieb kommen möchte, kann problemlos von zuhause arbeiten.

Auch Thema auf SR1 am 12.10.2020 in 'Balser & Mark. Dein Morgen.'

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