Eine Frau putzt sich die Nase mit einem Taschentuch. (Foto: SR)

Erkältungsbäder – wie wirksam sind sie wirklich?

  25.11.2019 | 12:23 Uhr

Bei Erkältungen schwören viele auf die wohltuende Wirkung von Erkältungsbädern. Öko-Test untersuchte 20 Badezusätze, davon 13 Arzneimittel und 7 Kosmetikprodukte. Die Bestnote war dabei befriedigend.

Erkältungen sind besonders in der kalten Jahreszeit weit verbreitet, so bekommen Erwachsene im Durchschnitt zwei bis vier und Kinder sogar sechs bis zehn Erkältungen im Jahr. Bei den ersten Symptomen wie laufender Nase und einem kratzendem Hals gelten Erkältungsbäder als bewährtes Hausmittel. Im Test waren nun 20 Bäder, dabei lag der Fokus auf Inhaltsstoffen, Belege für Wirksamkeit und Nutzen.

Kein wissenschaftlicher Beleg für Wirksamkeit

Die wohltuende Wirkung der in den Bädern verwendeten ätherischen Öle aus Eukalyptus, Pfefferminz oder Nadelhölzern ist zwar aus volksmedizinischer Sicht naheliegend, durch klinische Studien jedoch nicht bewiesen. So konnte keiner der Hersteller die auf dem Produkt beworbene Wirkung durch handfeste Studien  belegen. Deshalb werden Erkältungsbäder nicht in medizinischen Leitlinien empfohlen.

11 von 20 Erkältungsbädern „mangelhaft“ oder „ungenügend“

Besonders häufig wurde bei vielen Herstellern Kritik an den verwendeten Inhaltstoffen und deren Deklaration geübt. Einigen Produkten wurde Kampfer beigesetzt. Der medizinische Einsatz von Kampfer ist aufgrund der geringen therapeutischen Breite – Dosis für Wirkung und Nebenwirkung liegt dicht beieinander – sehr umstritten. Bei äußerer Anwendung  kann es zu Hautekzemen kommen, für Säuglinge besteht Vergiftungsgefahr und das Risiko von Krampfanfällen oder Atemstillstand.

Einer der Hersteller verwendete sogar den Duftstoff Lilial, welcher im begründeten Verdacht steht, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. Zudem hat keiner der Anbieter deklarationspflichtige Duftstoffe aufgeführt. Diese können Allergien auslösen. Die Bestnote bei dem Test war „befriedigend“ und wurde an 8 der Arzneibäder vergeben. Am Preis sind die Produkte dabei nicht erkennbar.

Fehlende Warnhinweise

In einigen Fällen wird von einem Erkältungsbad abgeraten. So sind vor allem Produkte mit stark riechenden Ölen bei Fieber, Asthma, geschädigter Haut oder in der Schwangerschaft nicht geeignet. Ganz Tabu sind diese für Säuglinge und Kinder, da es hier zu einem Kehlkopfkrampf oder Atemstillstand kommen kann.

Entsprechende Warnhinweise sollten dabei sowohl auf der Packung als auch auf dem Beipackzettel zu finden sein. Vor allem bei den kosmetischen Produkten wurde ein solcher Hinweis jedoch oft vermisst.

Badezusatz selber Herstellen

Bei einer Erkältung lohnt es sich daher, den Badezusatz selber herzustellen. Dafür eignen sich diverse Teesorten, darunter Kräutertee, Pfefferminz, Thymian oder Fenchel. Den entsprechenden Tee mit einen Liter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und den Sud anschließend ins Badewasser geben. Dazu ein Löffel Olivenöl gegen das Austrocknen der Haut.

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