Vor einigen Jahren noch "Korona": Eintrag im Duden-Fremdwörterbuch (Foto: Rick Reitler)

Corona hat auch unsere Sprache verändert

  04.03.2021 | 17:01 Uhr

Die Corona-Pandemie hat nicht nur unsere Arbeit, die sozialen Kontakte und das Privatleben verändert: Auch unsere Sprache hat sich durch die neuen Alltagssituationen entwickelt. Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim hat die neuen Wörter gesammelt und inzwischen knapp 1.300 gefunden - alle mit Corona-Bezug.

Maskenpflicht, Präsenzunterricht, Knüffel-Kontakt, Super-Spreader - viele Wörter sind uns in der Corona-Zeit geläufig geworden, die wir bislang nicht kannten oder in einem anderen Zusammen hang benutzt haben.

Zu den neuen Wörtern, die wir in unseren Sprachgebrauch integriert haben, gehören sowohl wissenschaftliche Begriffe, die uns bisher unbekannt waren, als auch Wortneuschöpfungen wie zum Beispiel die "Ein-Freund-Regel" oder die "Nach-Corona-Zeit", erklärt Dr. Christine Möhrs vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache und ergänzt: "Wir finden aber auch Wörter, die es vorher schon gegeben hat, die aber jetzt plötzlich in dieser Corona-Zeit noch mal eine neue Bedeutung bekommen haben. Also so etwas wie 'Dauerwelle', den 'Wellenbrecher' oder tatsächlich auch - das ist so ein Wort mit Augenzwinkern - das 'Maultäschlein' als Bezeichnung für die Maske."

Die Wörter sind dabei nicht alle einstimmig negativ oder positiv. Es gibt zahlreiche Begriffe die zeigen, dass Sprache für uns oftmals ein Hilfsmittel ist, um mit schwierigen Situationen umzugehen. Mit positiven Begriffen versucht man dann die Dinge optimistisch zu sehen. So zeigt das Wort "Balkonmusik" beispielsweise, wie kreativ man mit Wörtern umgehen kann und auch, wie wir aus jeder Situation das Beste machen. Wörter wie "Impfneid" oder "Impfgegner" dagegen machen die negativen Auswirkungen der Pandemie deutlich und die angespannte Stimmung in der Gesellschaft.

Mehr als 1000 neue Wörter durch die Corona-Krise
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Mehr als 1000 neue Wörter durch die Corona-Krise

Dass durch gesellschaftliche oder auch globale Ereignisse neue Begriffe entstehen, sei nicht neu, so Möhrs. Auch die Wendezeit habe etwa neue Wörter hervorgebracht. Die Vielzahl an neuen Wörtern, die in der Corona-Pandemie geschaffen wurde, sei jedoch etwas Besonderes: "Dass es jetzt in dieser Zeit der Coronapandemie zu so vielen Wortneuschöpfungen gekommen ist, ist natürlich schon auffällig. Diese Menge ist einfach ein Zeichen dafür, in wie viele Lebensbereiche die Pandemie eingedrungen ist."

Ob die neuen Begriffe weiterhin erhalten bleiben, wird von Wort zu Wort unterschiedlich sein. "Corona-Krise" und "Covid 19" bleiben wohl als feste Begriffe dieser Zeit im Duden erhalten. Andere Bezeichnungen, die beispielsweise spezielle Regeln betreffen, werden wohl eher wieder verschwinden.


Auch Thema auf SR 1 am 04.03.2021 in den Sendungen 'Dein Vormittag im Saarland' und 'Hallo Saarland'.

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