Elterntaxi zur Schule (Foto: dpa)

Sicher zur Schule - Es muss nicht immer das Elterntaxi sein

  26.04.2019 | 20:11 Uhr

Sei es aus Zeitnot, sei es aus Besorgnis - immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Und sorgen damit regelmäßig für ein Verkehrschaos, in dem die Kleinen alles andere als sicher sind. Dabei wäre es für die Kinder wichtiger, Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln, um sichere Fußgänger zu werden, sagt die Polizei. Wie man mit dem Problem kreativ umgehen kann, hat sich unser Reporter in Mettlach angeschaut.

Die Elterntaxis sind wieder unterwegs

Mit jedem neuen Schuljahr beginnt das Verkehrschaos von vorne. Jeden Morgen herrscht vor den Schulen Hochbetrieb, weil immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Natürlich alle gleichzeitig. Wagen um Wagen zwängt sich dann durch den Verkehr, hält an, um die Kinder aussteigen zu lassen, versucht dann wieder einen Weg hinaus aus der Menge zu finden. Da wird auf dem Gehweg gewendet, im Halteverbot gehalten oder auch mal gegen die Fahrtrichtung gefahren - und mitten in all diesem Treiben versuchen die Kinder dann noch, heil zum Schulgebäude zu gelangen. Und nach dem Unterricht spielt sich das Ganze dann noch mal ab ...

Gut gemeint, aber nicht gut für die Kinder

Viele besorgte Eltern würden ihre lieben Kleinen am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren. Dabei müssen die Kinder doch lernen, sich im Straßenverkehr zurecht zu finden und sicher zu bewegen, betont Clemens Gergen von der saarländischen Polizei. Deshalb rät er, Eltern sollten sich unbedingt die Zeit nehmen, mit den Kindern den Schulweg zu üben, ihnen den genauen Weg zu zeigen und wie sie richtig eine Straße überqueren können. Das hat für die Eltern den Vorteil, dass sie direkt miterleben können, wie sicher ihre Kinder bereits im Straßenverkehr sind. Und den Kindern gibt es Selbstvertrauen, mit dem sie dann viel sicherer unterwegs sind. Denn, so Gergen, die Kinder müssen praktische Erfahrungen sammeln. Das fördert auch ihre Selbständigkeit und macht sie früher fit als Fußgänger im Straßenverkehr.

Was Schulen und Eltern tun können

Fit für den Straßenverkehr: Tipps von der Polizei
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Fit für den Straßenverkehr: Tipps von der Polizei

Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, wurden an manchen Schulen bereits besondere Zonen eingerichtet, in denen die Eltern mit ihren Autos halten dürfen; dort können die Kinder dann in Ruhe und sicher aus- und einsteigen. Aber auch ohne solche Zonen, rät die Polizei, sollten die Eltern besser abseits der Schule einen Platz zum Anhalten suchen und die Kinder den restlichen Weg zu Fuß gehen lassen. Der Gang durch die Luft tut ihnen gut. Und statistisch gesehen ist das sogar sicherer. Denn laut Polizei wurden 2016 fast doppelt so viele Kinder als Mitfahrer im Auto verletzt wie als Fußgänger.

'Hütchendienst' in Mettlach

Die Grundschule Langwies in Mettlach hat noch einen anderen, kreativen Weg gefunden, mit dem Problem umzugehen: Sie hat einen Hütchendienst eingeführt. Jeden Morgen gegen Viertel nach Sieben stellen die Schüler Hütchen auf, mit denen sie die Zufahrt zur Schule versperren... Wie das genau funktioniert und wirkt, hat sich unser Reporter Marc Weyrich mal genauer angewsehen:

Der Hütchendienst stoppt die Elterntaxis
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Der Hütchendienst stoppt die Elterntaxis


Thema auch auf SR 1 am 07.09.2017 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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