Ein Elektroauto beim Aufladen (Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/zb/dpa)

Mit dem Elektroauto an die Ladesäule

  22.01.2020 | 12:24 Uhr

Wer sich für ein Elektroauto entscheidet, muss nicht mehr tanken, dafür aber aufladen. Wie geht das? Und was kostet das? Wir haben nachgefragt.

Lademöglichkeiten

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Generell kann man sein Elektroauto zuhause aufladen oder auch an öffentlichen Ladestationen. Davon gibt es inzwischen immer mehr: zum Beispiel bei regionalen Stromversorgern, bei zahlreichen Tankstellen oder auf Parkplätzen. Sogar manche Supermärkte bieten bereits kostenlose Lademöglichkeiten für ihre Kunden an.

Sicher an der Wallbox

Wallbox (Foto: imago-images/UPI Photo)

Zuhause in der eigenen Garage oder dem Carport wird der Einbau einer Wallbox empfohlen, um das Fahrzeug sicher aufzuladen. Eine Wallbox ist eine festinstallierte Ladestation. Der etwa DIN A4 große Kasten wird direkt an der Wand befestigt und an das Stromnetz angeschlossen. Dazu muss vom Sicherungskasten aus eine separate Stromleitung zur Wallbox gelegt werden, erklärt Johannes Boos vom ADAC.

Die Installation sollte daher immer ein qualifizierter Elektroinstallateur vornehmen. Der kann auch schon im Vorfeld zu Rate gezogen werden, um zu klären, welche Umbauten dazu gegebenenfalls notwendig sind. In Mehrfamilienhäusern gestaltet sich der Umbau unter Umständen schwieriger. Denn derzeit müssen noch alle Bewohner des Hauses einstimmig dem zustimmen, dass eine Wallbox installiert werden darf. Nach Plänen des Justizministeriums soll sich das aber ändern.

Nichts für die normale Steckdose

An einer haushaltsüblichen Steckdose kann man ein Elektroauto theoretisch aufladen, praktisch sollte man das aber, wenn überhaupt, nur im Notfall tun und auch nur kurz. Denn normale Haushaltssteckdosen sind nicht für langes Laden unter hoher Last ausgelegt. Es droht Überhitzung; im schlimmsten Fall könnte es sogar zu Bränden kommen. Zudem wäre die Ladeleistung begrenzt und das Aufladen würde dementsprechend lange dauern.

Aufladedauer

Die Ladedauer hängt von der Größe der Batterie ab, davon, wie leer sie ist und mit welcher maximalen Leistung geladen wird. Mit 2,3 kW dauert es natürlich viel länger als bei einer Schnelladung mit 50 kW.

Zum Aufladen ist daher zwar kein Starkstrom notwendig, er beschleunigt die Sache allerdings erheblich. Mit einer einfachen 230 Volt-Leitung dauert das Aufladen mindestens zehn Stunden. Mit einer hochwertigen Wallbox und Starkstromanschluss mit 400 Watt lässt sich diese Zeit auf drei Stunden reduzieren.

Verbrauch und Kosten

Eine Wallbox bekommt man schon für etwa 500 Euro; für teurere Modelle kann man auch bis zu 2500 Euro zahlen. Dabei hat der ADAC große Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen festgestellt, selbst auf gleicher Preisebene, so Boos. Die Kosten für die Installation kommen dann noch dazu.

Der Preis einer Ladung variiert. Dennoch kann man mit einem Mittelwert von 35 Cent pro kWh rechnen, so Johannes Boos. Bei diesem Durchschnittswert geht man davon aus, dass man meistens die günstigere Wallbox zum Hausstromtarif - etwa 30 Cent pro kWh - nutzt, gelegentlich aber auch die teureren öffentlichen Ladestationen.

Bei einem kleineren, günstigen Elektroauto braucht man etwa 15 kWh für eine Strecke von 100 Kilometern, bei einem durchschnittlich großen Modell liegt der Verbrauch bei etwa 20 kWh, so Boos. Legt man den Durchschnittswert von 35 Cent pro kWh zugrunde kostet die 100-km-Strecke also etwa fünf bis sieben Euro.

Weitere Infos auch unter
www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/elektromobilitaet/wallboxen/


Auch Thema auf SR 1 am 22.02.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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