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Vorsicht vor herabfallenden Eisplatten

  02.02.2021 | 11:34 Uhr

Fliegende Eisplatten von Lastwagen-Dächern verursachen immer wieder Unfälle, die sogar lebensbedrohlich sein können. Wie kann man sich davor schützen, und wer zahlt den möglichen Schaden?

Der Gefahr vorbeugen: Dazu sind Autofahrer verpflichtet

Eisplatten auf LKW: Gefahr von oben
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Eisplatten auf LKW: Gefahr von oben

Damit es gar nicht erst zu gefährlichen Situationen kommen kann, müssen sowohl Auto- als auch Lastwagenfahrer ihre Autos eisfrei halten. Andernfalls muss man mit einem Verwarnungsgeld von 25 Euro rechnen. Noch teurer wird es, wenn durch herabfallende Eisplatten ein Unfall verursacht wird: Dann liegt die Strafe bei 120 Euro und einem Punkt in Flensburg. Und eine Haftstrafe droht sogar, wenn Menschen verletzt oder getötet werden. Vor der Fahrt sollte also jeder sein Dach auf Schnee- und Eisschichten kontrollieren und diese gegebenenfalls entfernen. Lastwagenfahrer können dazu spezielle Räumstellen nutzen, die an vielen Autohöfen und Raststätten zur Verfügung stehen.

Wie sich Autofahrer schützen können

Die wichtigsten Tipps :

  • Abstand halten
  • Geschwindigkeit reduzieren
  • nicht überholen
  • Kennzeichen notieren
  • Polizei verständigen

Sobald man einen Lastwagen mit herabfallendem Eis vor sich hat, lautet die wichtigste Schutzmaßnahme: reichlich Abstand halten zum Vordermann! Zudem sollte man mit seinem Wagen keine unbedachten Bewegungen machen. Wichtig ist, die Geschwindigkeit zu reduzieren, ohne dabei gleich eine Vollbremsung zu machen. Denn wenn man auf die Eisscholle auffährt, kann es gefährlich werden.

Auf keinen Fall sollte man den Lkw in dieser Situation überholen. Im besten Fall warnt man den Fahrer per Lichthupe. Reagiert dieser nicht auf das Problem und die Gefahr bleibt bestehen, sollte man der Polizei das Kennzeichen melden. Die kann dann den Fahrer über das Speditionsunternehmen ausfindig machen.

Wer zahlt den Schaden nach einem Unfall?

Kommt es zu einem Schaden, trägt der Fahrzeugführer die Schuld, von dessen Wagen das Eis herabgestürzt sind, erklärt Verkehrsrechtsanwältin Alma Abegg aus Saarbrücken. War es ein Lkw und der fährt einfach weiter, so handelt es sich nur dann um Fahrerflucht, wenn der Lkw-Fahrer den Unfall auch bemerkt hat. Bei einem größeren Stück Eis sollte das aber schon der Fall sein.

Grundsätzlich greift bei einem solchen Unfall die Kfz-Haftpflichtversicherung des Lkw-Halters. Um den Vorfall nachzuweisen, sollte man sich daher das Kennzeichen der Zugmaschine notieren (nicht des Anhängers) sowie auch die Daten möglicher Zeugen. Über den Zentralruf der Autoversicherer und das Lkw-Kennzeichen kann man die Versicherung des Unfallgegners erfahren, an die man sich dann wenden muss.

Lässt sich der Verursacher des Schadens nicht ermitteln, kann man sich lediglich an die eigene Vollkaskoversicherung wenden, sofern man eine hat.

Weitere Informationen


Auch Thema auf SR1 am 26.01.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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