Petersilienschaumsüppchen (Foto: Dirk Guldner)

Wo kommen die Eier her?

Marc Weyrich   30.07.2018 | 08:27 Uhr

In Nudeln, in Likör, in Kuchen – überall sind in der Regel Eier drin. Aber woher kommen eigentlich unsere Eier? Wie sicher ist dieses Lebensmittel? Und wie halten es die Hühnerzüchter mit den männlichen Küken? Diesen Fragen ist SR 1-Reporter Marc Weyrich nachgegangen: Er hat sich auf einem konventionellen und einem Biohof umgeschaut.

Eines haben Bio- und konventionelle Eier gemeinsam, hat er erfahren: Die Hühner, die sie legen, werden nur eineinhalb Jahre alt. Danach landen sie auf dem Teller.

Boden- und Freilandhaltung

Saarland-Eier, so nennt der Geflügelhof Wittmer in Schmelz sein Produkt. Klingt nach Idylle und sieht aus der Packung auch so aus. Saubere Eier im Stroh. Tatsächlich leben im Stall insgesamt 61.000 Hühner. Keine Massentierhaltung, sagt Produzentin Sieglinde Krämer. Dass die Hühner kein Tageslicht sehen, ist für sie kein Problem.

Daniel Wack vom Biolandhof Wack in Ommersheim sieht das anders. Er selbst hat nur 750 Hühner und meint, selbst da fehle der persönliche Bezug zum Tier. Die Haltung macht den Unterschied: Die Hühner leben in mobilen Ställen. Drum rum ist Wiese. Sie können picken, scharren und flattern.

Audio

Wo kommen die Eier im Saarland her?
Audio [SR 1, Marc Weyrich, 30.07.2018, Länge: 05:57 Min.]
Wo kommen die Eier im Saarland her?


Im Gegensatz zur Bodenhaltung bei Sieglinde Krämer haben sie nicht nur ausreichend, sondern sogar üppig Platz und Tageslicht. Das alles hat seinen Preis: Das Bio-Ei kostet 40 bis 45 Cent, das konventionelle Saarland-Ei zwischen 22 und 29 Cent. 40.000 davon gehen täglich in den Verkauf.

Kükenschreddern verhindern - eine Idee

Bei beiden Haltungsformen gilt: Eier legt nur die Henne. Hähne sind quasi überflüssig. Die Folge: geschredderte Küken. Sowohl beim konventionellen Hühnerhof Wittmer in Schmelz auch beim Biobauern Wack in Ommersheim kommen die Hühner schon legereif von einem Betrieb in Hessen. Das Schreddern passiert also wo anders.

Die Idee von Verbraucherschützerin Barbara Schroeter ist: Hühner züchten, die in einem guten Umfang Eier liefern – aber auch Fleisch. Dann hätten Hähne und Hennen eine Verwendung. Gibt’s schon – sagt Biobauer Daniel Wack. Aber: es sei nicht wirtschaftlich.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Balser & Mark" auf SR 1 Europawelle am 30.07.2018 berichtet.

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