Eichhörnchen (Foto: Pixabay/Oldiefan)

Eichhörnchen in Futter-Not

  19.09.2018 | 13:14 Uhr

In diesem Jahr war der Sommer besonders heiß und trocken. Durch die Hitze sind Nüsse und Samen extrem schnell verdorrt und vertrocknet. Eichhörnchen, die bald beginnen ihre Wintervorräte zu sammeln, droht somit der Hungertod. Umso wichtiger ist es, den Nagern zu helfen. Hier erfahrt ihr wie.

Schlechte Zeiten für Eichhörnchen: Schon 2017 war ein schlechtes Nussjahr, deshalb konnten die Tiere damals keine großen Vorräte anlegen, waren nach dem Winter unterernährt und der Nachwuchs auch. In diesem Jahr scheint die Ernte zwar groß, doch durch den heißen Sommer sind viele Nüsse, die jetzt vergraben werden, hohl. Wenn die Eichhörnchen dann ihre Winterruhe unterbrechen und nach ihren Vorräten suchen, werden sie oft eine böse Überraschung erleben. Gut, wenn sie dann von uns zugefüttert werden.

Was kann man füttern?

Worüber sich die Eichhörnchen freuen sind bestimmte Gemüse-, Obst- und Beerensorten: Grüne Gurken, Broccoli, Zucchini, Möhren, Rosinen, Weintrauben, Äpfel und Birnen werden von den Eichhörnchen gerne verspeist. Aber: keinen Kohl verfüttern. Und auch nichts Gefrorenes, davon bekommen die Tiere Bauchweh.

Futter-Hilfe für Eichhörnchen
Audio
Futter-Hilfe für Eichhörnchen
Monika Pfister vom Eichhörnchen-Notruf Heusweiler weiß, wie wir helfen können.

Eichhörnchen (Foto: NABU Fotoclub Kathrin Raedel)

Wichtig für die Nagezähne ist auch, dass man nicht nur weiches Futter anbietet. Deshalb auch Nüsse und Kerne dazugeben. Als Futtermischungen eigenen sich generell Nüsse und Samen wie zum Beispiel Walnüsse, Haselnüsse, Bucheckern, Eicheln, Hainbuchensamen, Sonnenblumenkerne, Maiskörner (am besten getrocknet), Maronen, Pinienkerne. Aber: Bitte keine Erdnüsse füttern, die gehören nicht zu ihrer natürlichen Nahrung.

Wasser nicht vergessen

Wichtig ist auch, den Eichhörnchen eine Schale mit frischem Wasser hinzustellen. Denn im Sommer sind die Pfützen und Wasserstellen, aus denen die Tiere trinken, schnell trocken. Und wenn der kommende Winter wieder so wenig Schnee bringt wie der vergangene, dann müssen die armen Tiere nicht nur Hunger leiden, sondern auch Durst, wenn es friert.

Der ideale Futterplatz

Eichhörnchen am Futterhaus (Foto: NABU Fotoclub Kathrin Raedel)

Am besten platziert man die Futter- und Wasserstellen möglichst erhöht in einem Baum oder auch direkt am Stamm; ideal sind auch Futterhäuschen oder ein Futterbrett. So sind die Nager, die gerne höher gelegene Fressplätze bevorzugen, auch vor ihren Fressfeinden sicherer.

Was tun, wenn man ein hilfloses Eichhörnchen im Garten findet?

Durch den langen, warmen Sommer haben sich die Eichhörnchen auch noch mal gepaart und eigentlich viel zu spät noch Nachwuchs bekommen. Wer daher im Wald oder in seinem Garten ein Jungtier auf dem Boden finden, sollte als erstes den Bereich nach Geschwistern abzusuchen. Denn meist sind dann mehrere Tiere aus dem Kobel gefallen. Wichtig ist, die Kleinen dann sofort zu wärmen, mit den Händen, mit einer Decke oder einer Wärmflasche. Nur wenn die Eichhörnchen warmgehalten werden, funktioniert ihr Stoffwechsel normal. Und nur dann können ein Tierarzt oder eine Pflegestelle die Tiere auch versorgen.

Ausgewachsene Tiere, die schlapp wirken, sich auf dem Boden ablegen oder gar kriechen, sollten sofort in eine Pflegestation gebracht werden. Vorsicht: Die Tiere nie mit der bloßen Hand anfassen, denn sie beißen kräftig zu. Am besten einen Handschuh oder ein Tuch nehmen und das Tier dann in einer Kiste mit Deckel transportieren.

Junge Eichhörnchen, die einem Menschen folgen, vielleicht sogar am Bein festklammern oder an ihm hochklettern wollen, sind immer in Not und brauchen sofort Hilfe, weil sie zum Beispiel den Anschluss an die Familie verloren haben. Eichhörnchen sind die einzigen Tiere, die in solchen Fällen ihre Scheu überwinden und Hilfe beim Menschen suchen.

Auffangstationen im Saarland

Deutschlandweit gibt es viele Pflegestellen. Zu solch einer Stelle sollte man ein Fundtier schnell bringen.

Eichhörnchen-Notruf

Monika Pfister
monika@pfister-heusweiler.de
66265 Heusweiler
0176/22326996

Manuela Schuster
66740 Saarlouis
0152-53119847

Monika Pfister aus Heusweiler zum Beispiel kümmert sich ehrenamtlich um verletzte oder schwache Eichhörnchen, die Fußgänger im Wald finden, und päppelt sie wieder auf. Auch Manuela Schuster in Saarlouis-Roden hat eine Auffangstation für Eichhörnchen eingerichtet.


Auch Thema auf SR 1 am 19.09.2018 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

Artikel mit anderen teilen