dunkle Schokolade (Foto: Pixabay/AlexanderStein)

Gute Schokolade muss nicht teuer sein

  19.11.2020 | 00:00 Uhr

Bitterschokolade ist die gesündere Variante, heißt es. Stiftung Warentest hat 24 Tafeln probiert und geprüft. Unter den Testsiegern sind dabei teure Marken wie auch günstige Discounterschokoladen. Am Tabellenende: sechs Produkte mit erhöhtem Schadstoffgehalt.

Wer kann zu einem Stück Schokolade schon nein sagen? Nur zwei Prozent der Deutschen mögen Schokolade nicht. Alle anderen können nicht widerstehen. Im Durchschnitt gönnt sich jeder üppige 9,2 Kilogramm davon im Jahr. Zwei Drittel greifen dabei zur Milchschokolade, ein Viertel lieber zu dunkler Schokolade.

Dunkle Schokolade ist gesünder

Wenn Schokolade, dann besser die feinherbe, edelbittere oder Zartbitter-Variante, empfehlen die Mediziner. Denn: Dunkle Schokolade enthält weniger Zucker, das senkt das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko. Sie lässt auch den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, das verhindert Heißhungerattacken. Der Kako enthält zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe und wirkt dadurch antioxidativ, d.h. er stärkt unsere Stoffwechselprozesse.

Es ist auch davon auszugehen, dass dunkle Schokolade sich günstig auf den Serotoninspiegel auswirkt; wenn man also nicht zuviel davon isst, macht sie sicherlich auch glücklich. Weniger Kalorien als Vollmilchschokolade hat sie aber leider nicht. 100 Gramm schlagen etwa mit 500 bis 600 Kilokalorien zu Buche.

Bitterschokoladen im Test

Gute Schokolade muss nicht teuer sein
Audio [SR 1, (c) SR, 19.11.2020, Länge: 04:13 Min.]
Gute Schokolade muss nicht teuer sein

Stiftung Warentest hat 24 Bitterschokoladen verkostet und geprüft. Der Kakaogehalt lag dabei zwischen 60 und 75 Prozent. Sechs Tafeln waren Bio-Produkte. Die Preise pro 100 Gramm lagen zwischen 84 Cent bei den Discountern und 6,70 Euro für eine Bioschokolade.

Bei der Geschmacksprüfung konnten die Experten die vielen Facetten der Bitterschokolade erschmecken: Die Nuancen der Geschmacksnoten bewegen sich von Zitrus über Espresso und Cassis zu Orange bis hin zu Vanille.

Untersucht wurden aber unter anderem auch die mikrobiologische Qualität der Schokolade, die Nutzerfreundlichkeit der Verpackung wie auch die Angaben darauf.

Das Ergebnis: 13 Produkte bekamen die Gesamtnote gut, neun waren befriedigend, zwei nur ausreichend.

Zu den Testsiegern gehören teurere Markenprodukte wie auch günstige Handelsmarken der Discounter: Am besten abgeschnitten haben Hachez Edle Bitter, Lindt Excellence Edelbitter mild, gefolgt von Aldi Moser Roth Edel Bitter, Merci Edelbitter und Naturata Brasilien Feinbitter Bio. Zu den gut benoteten gehören ebenfalls Bitterschokoladen von Edeka, Lidl und Netto wie auch teurere Bioprodukte von Gepa und Vivani.

Sechs Tafeln mit erhöhtem Schadstoffgehalt

Geprüft wurde aber nicht nur Aussehen, Geruch und Geschmack der Schokolade, die Tafeln wurden unter anderem auch auf Schadstoffe hin untersucht. Dabei fielen sechs Produkte negativ auf. Die Original Beans, die teuerste Tafel im Test, wies den höchsten Kadmiumgehalt auf, der zu 70 Prozent an den Grenzwert herankam. Kadmium kann die Nieren schädigen. Bei Bitterschokoladen von Heilemann, Rewe, Zetti und Rotstern wurden Mineralölkohlenwasserstoffe nachgewiesen, die als krebserregend gelten. Die Fairafric-Schokolade überschritt sogar knapp den Orientierungswert für gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe, die Organe schädigen können. Akut schädlich waren die Mineralölrückstände zwar nicht, aber zu diesen Schokoladen sollte man eher seltener greifen.

Auf Nachhaltigkeit achten

Schokolade aus Afrika (Foto: SR)

Jede dritte Tafel im Test war mit einem Nachhaltigkeitssiegel versehen. Das besagt zumindest, dass man sich für Verbesserungen für die Kakao-Bauern einsetzt. Ob bei der Schokolade von dmBio, Fairafric, Gepa, Naturata, Original Beans, Rewe, Ritter Sport und Vivani aber tatsächlich keine Kinderarbeit im Spiel ist, lässt sich nur schwer überprüfen. Fairafric zumindest produziert in Ghana und zahlt den Bauern hohe Prämien. Auch bei Gepa und Orginal Beans werden die Erzeuger über Weltmarktniveau entlohnt.

Weitere Informationen im Testheft 12/2020.


Auch Thema auf SR 1 am 19.11.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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