Eine Frau trägt Deo auf (Foto: dpa)

Deodorant oder Antitranspirant?

  13.08.2018 | 00:00 Uhr

Sommer, Sonne, Achselschweiß! Fast jeder benutzt täglich sein Deodorant. Deos und Antitranspirantien sollen Achselgeruch verhindern. Doch was ist der Unterschied?

Frischer Schweiß ist nahezu geruchslos. Denn Schweiß besteht aus Wasser und Stoffwechselprodukten, wie Aminosäuren und Fettsäuren. Es sind erst die Bakterien, die diese Säuren zersetzen und für einen unangenehmen Geruch sorgen. Deos sorgen dafür, dass auch nach Stunden keine schlechten Gerüche entstehen.

Rollen, cremen oder sprühen?

Deos gibt es als Roller, Stick, Creme oder Aerosol. In Deutschland seien Sprays am beliebtesten, sagt Kosmetikexpertin Lea Lukas von der Stiftung Warentest. Welche Variante man benutzt, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Bei der Angabe der Wirkdauer übertreiben manche Hersteller mittlerweile: 72 oder gar 96 Stunden soll so manches Produkt vor schlechten Gerüchen schützen. Bei der Stiftung Warentest gibt es Lukas zufolge für solche lebensfernen Angaben Punktabzug. Eine Wirkdauer von 24 bis 48 Stunden sei dagegen durchaus realistisch.

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Deodorant oder Antitranspirant?
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Deodorant oder Antitranspirant?

Das Wort 'Deo' ist oft ein Sammelbegriff für zwei verschiedene Arten von Körperpflege-Produkten: Deodorants und Antitranspirantien. Grundsätzlich haben Deodorants keinen Einfluss auf die Schweißproduktion. Sie beinhalten Duftstoffe, die unangenehme Gerüche überdecken oder unterdrücken.

Was ist der Unterschied zwischen Deodorant und Antitranspirant?

Antitranspirantien beinhalten Aluminiumsalze, die eine schweißmindernde Wirkung haben und als Roller, Stick, Creme oder Aerosol zum Sprühen angeboten werden. Das Aluminium verengt zeitweise die Poren und reduziert dadurch die Schweißmenge. Auf diese Weise wirken Antitranspirantien nicht nur gegen Schweißgeruch, sondern auch gegen Schweißflecken.

Aluminiumsalze in Kosmetika sind jedoch umstritten. Sie stehen im Verdacht, Brustkrebs und Alzheimer zu fördern. Wissenschaftliche Belege, die gesundheitliche Beeinträchtigungen durch aluminiumhaltige Kosmetika eindeutig stützen, gibt es bislang aber nicht. Der Saarbrücker Hautarzt Dr. Dirk Landwehr hält nicht viel von Panikmache in dieser Frage, rät jedoch dazu, aluminiumhaltige Deos nicht direkt nach der Rasur zu benutzen. Denn durch Mikroverletzungen können Metallsalze leichter in die Haut eindringen. Er empfiehlt außerdem, eher zu normalen Deodorants zu greifen, wenn man nicht stark schwitzt und nur Gerüche vermeiden will. Für Menschen, die unter starker Schweißproduktion leiden, gebe es derzeit allerdings keine Alternative zu den aluminiumhaltigen Antitranspirantien.

Feine Unterschiede in der Kennzeichnung

Viele Hersteller vermeiden die konkrete Bezeichnung "Antitranspirant und schreiben stattdessen, dass das Produkt die Schweißproduktion mindert und Achselnässe reduziert. Wer vollständig auf Aluminiumsalze verzichten will, sollte daher beim Deokauf das Kleingedruckte lesen und darauf achten, dass keine Aluminiumverbindungen in der Inhaltsstoffliste aufgeführt sind.


Weitere Infos:

Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten (bfr.bund.de)

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Deos und Antitranspirants im Ökotest
Sie sind die Wunderwaffe gegen lästiges Schwitzen und sie stehen seit Jahren in der Kritik: Deos mit Aluminium - sie könnten möglicherweise Brustkrebs auslösen. Doch was hat sich seit den ersten Schlagzeilen bei dem Thema getan?

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