Kinder mit iPad (Foto: Pixabay/SchoolPRPro)

Cybersicherheit für Kinder

  21.08.2019 | 00:00 Uhr

Wenn wir über Gefahren im Internet reden, dann geraten Online Games nicht gerade in unseren Fokus. Doch Spiele auf dem Smartphone oder Tablet sind gar kein so geschützter Raum für Kinder.

Welche Gefahren stecken in Online Games?

Kontrollen gibt es keine: Bei Online-Spielen dürfen alle Altersklassen dabei sein.
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Kontrollen gibt es keine: Bei Online-Spielen dürfen alle Altersklassen dabei sein.

Neue Games, neue Apps, Social-Media-Websites - Kinder und Jugendliche lernen immer wieder viel Neues kennen und sind auch damit neuen Gefahren ausgesetzt. Besonders Onlinespiele haben eine faszinierende Wirkung: Die Games sind spannend und der Spieler vernetzt sich mit Gleichgesinnten.

Doch da liegt auch das Gefahrenpotential, denn alle Altersstufen können bei Online-Spielen in Aktion treten. Das heißt, Kinder und Erwachsene können miteinander spielen - unabhängig davon, wann und für welche Altersstufe das Spiel freigegeben wird. Die jungen Gamer sind dadurch mit der gesamten Erwachsenenwelt konfrontiert und nicht geschützt, sagt Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger. Auf einem öffentlichen Spielplatz würden viele Eltern eingreifen, wenn ein Erwachsener an die Kinder herantritt, aber in jedem Spiel ist das tagtäglich Normalität und wir als Gesellschaft sagen gar nichts dazu, so der Experte.

Onlinespiele, so erklärt Thomas-Gabriel Rüdiger, fördern durch den spielerischen Aspekt Vertrauensbildung sogar zwischen einander unbekannten Spielern. Die Gefahr der Anbahnung sexuellen Missbrauchs von Kindern in Online Games – sog. Cybergrooming – als auch die spielinterne Konfrontation mit Hate Speech zeigt die Notwendigkeit eines besseren Schutzes von Kindern und Jugendlichen bei ihrer Mediennutzung.

Selber Zocken!

Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass die Altersfreigabe bei einem Online-Spiel nicht prüft, ob Kinder in den Programmen geschützt sind. Das gibt es im Netz nicht. Der Cyberkriminologe empfiehlt: Eltern sollten vielmehr das Spiel selbst installieren und mit dem Kind spielen, um dann zu entscheiden, ist das was für mein Kind oder nicht.

Sicherheit geht vor

Für Kinder ist es wichtig zu wissen, dass sie in sozialen Netzwerken und auch bei Online-Spielen mehr persönliche Informationen weitergeben, als ihnen bewusst ist. Dazu gehört vor allem der Name, das Alter, der Name der Schule und die Telefonnummer. Es gibt Menschen, die das ausnutzen. Man nennt dies auch Cyberstalking. Das heißt, ein Nutzer kann ein gefälschtes Profil einrichten und sich als jemand anderes ausgegeben. Kinder und Jugendliche sollten darüber informiert sein.


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