Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risikoermittlung (Foto: dpa/Michael Kappeler)

Was tun, wenn die Corona-Warn-App eine rote Warnmeldung schickt?

  23.03.2022 | 22:16 Uhr

Rund 40 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App schon heruntergeladen. Sie soll helfen, die Pandemie einzudämmen und zeigt an, ob man in den zurückliegenden 14 Tagen Begegnungen mit positiv getesteten anderen App-Nutzern hatte. Das Aufkommen der Omikron-Variante trägt sicher mit dazu bei, dass die App gerade so viele Warnmeldungen verschickt wie noch nie: über 200.000 sind es derzeit - täglich.

Was bedeutet die Warnung?

Die Corona-Warn-App schlägt in Form einer roten Kachel Alarm, wenn ein Kontakt mit einer infizierten Person länger als neun Minuten gedauert und der Abstand weniger als zwei Meter betragen hat.

Sie gibt dabei nur den Tag an, jedoch keine Uhrzeit, keinen Ort. Um zu bewerten, wie plausibel die rote Meldung ist, muss man sich daher zunächst an seine Aktivitäten und Kontakte an dem betreffenden Tag erinnern, um herauszufinden, wann und wo es zu einer Risiko-Begegnung gekommen sein kann.

Man muss deshalb nicht selbst infiziert sein. Die App warnt lediglich vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko. Denn sie berücksichtigt nicht, unter welchen Bedingungen der Kontakt stattgefunden hat, ob drinnen oder im Freien, mit Maske oder ohne, ob mit geimpften oder ungeimpften Personen usw.

Was tun?

Betroffene bekommen von der App direkt Handlungsempfehlungen ausgespielt. Es gibt keine Pflicht zur Quarantäne. Allerdings empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium, sicherheitshalber zuhause zu bleiben und die persönlichen Kontakte zu reduzieren.

Das RKI empfiehlt, sich in jedem Falle testen zu lassen und, bis ein negatives Testergebnis vorliegt, freiwillig in Quarantäne zu bleiben.

Wer möchte, kann auch Kontakt mit dem Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt aufnehmen; diese entscheiden dann über das weitere Vorgehen.

Testen lassen!

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Wer über die Corona-Warn-App eine rote Warnmeldung erhalten hat, der hat laut Testverordnung inzwischen keinen Anspruch mehr auf einen kostenlosen PCR-Test. Dieser Anspruch entsteht erst, wenn ein Antigen-Schnelltest positiv ist.

Kein Krankenschein

Wer wegen einer roten Warnmeldung der Corona-Warn-App zuhause bleibt, wird für diese Zeit nicht krankgeschrieben. Es besteht auch kein gesetzlicher Freistellungsanspruch, erklärt Simone Reichelt von der Arbeitskammer des Saarlandes. Daher sollte man unbedingt mit seinem Arbeitgeber sprechen.

Wer Homeoffice machen kann, sollte davon Gebrauch machen, so Reichelt. Andernfalls kann man vielleicht auch in einem Einzelbüro arbeiten. Ansonsten ist es wichtig, Abstand zu halten und den Kontakt mit den Kollegen so gut es geht zu meiden.

Bislang keine strengere App

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Einige Experten fordern angesichts der ansteckenderen Omikron-Variante, die Kriterien für die Warnmeldung der App strenger zu fassen. Das RKI als der Herausgeber der App hat dazu mitgeteilt, dass man sich an den Kriterien der Gesundheitsämter zur Kontaktermittlung orientiere und die seien bislang unverändert.

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Auch Thema am 14.01.2022 in der Sendung 'SR 1 - Die Morningshow'.

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