Mundschutz (Foto: Pixabay/geralt)

Erfahrungsbericht: ein Saarländer in China

 

Ausgehend von der chinesischen Metropole Wuhan zieht der Coronavirus immer weitere Kreise. Mehr als 2.700 Menschen sind infiziert, die chinesiche Gesundheitsbehörde bestätigte bislang 81 Tote. Andreas Kleinemühl aus Lebach lebt in China und berichtet, wie er die Lage erlebt.

Corona-Virus: ein Saarländer berichtet aus China
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Corona-Virus: ein Saarländer berichtet aus China

Mehr als 2.700 Menschen sind mittlerweile mit dem Coronavirus infiziert, 81 Menschen sind verstorben. Ausgehend von der Metropole Wuhan in China ist der Virus inzwischen auch in Australien, Kambodscha, Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan, den USA, Kanada, Vietnam, Singapur und Frankreich bestätigt worden. In einigen weiteren Ländern gibt es Verdachtsfälle, darunter in Russland, Indien, Indonesien, Mexiko, Brasilien und Schweden.

"Ängstlich nicht, aber verunsichert"

Die Bevölkerung der betroffenen Länder ist zunehmend verunsichert. Besonders spürbar wird die Verunsicherung in China. Andreas Kleinemühl aus Lebach lebt seit einigen Jahren in Kunshan, ca. 645 Kilometer von Wuhan entfernt. Das Haus verlässt auch er nur noch mit Schutzmaske. Ängstlich seien er und seine Freundin nicht, jedoch sehr verunsichert. Das liegt vor allem daran, dass die chinesische Regierung nur vereinzelt Informationen an die Bevölkerung weitergibt. "Alles, was gesagt werden muss, wird gesagt. Alles andere wird zurück gehalten", so Kleinemühl.

Wuhan sowie umliegende Städte wurden mittlerweile komplett unter Quarantäne gestellt. Das Ein- und Ausreisen ist untersagt. In dem betroffenen Gebiet leben ca. 40 Millionen Menschen. Das Verbot zu kontrollieren ist nach Kleinemühl so gut wie unmöglich. Die Entscheidung der chinesischen Regierung ist durchaus überraschend, da die Regierung, so Kleinemühl, sowohl mit Informationen als auch mit Maßnahmen eher tiefstapelt. Viele Bewohner der Region reagieren verständnisvoll. Einige versuchen jedoch, trotz Verbot auszureisen. Da die Inkubationszeit des Virus ca. zwei Wochen beträgt und er bereits während dieser Zeit ansteckend ist, vergrößert dies die Verbreitungsgefahr enorm.


Auch Thema am 27.01.2020 in den Sendungen auf SR 1.

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