Bauchumfang messen (Foto: pixabay/jarmoluk)

Corona-Pandemie sorgt für Gewichtszunahme

  10.06.2021 | 00:00 Uhr

Im Verlauf der Corona-Krise haben viele Deutsche zugenommen, so das Ergebnis einer Studie der TU München. Zu wenig Bewegung und eine ungesündere Ernährung sind nicht alleine Schuld daran.

Aktuelle Studie

Zu wenig Bewegung und eine ungesündere Ernährung sind nicht alleine Schuld daran, auch das Homeooffice und der kurze Weg zum Kühlschrank haben zu mehr Hüftgold beigetragen, erklären die Expertinnen und Experten der Uni im Gespräch mit SR 1-Moderatoren Jessica Ziegler und Christian Balser.

Wie hat die Corona-Pandemie das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Erwachsenen und damit auch ihr Gewicht verändert? Dieser Frage sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) nachgegangen. Für ihre Studie wurden 1.001 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 70 Jahren online befragt. Demzufolge haben rund 40 Prozent der Befragten seit dem Beginn der Pandemie an Gewicht zugelegt - im Durchschnitt 5,6 Kilogramm.

Betroffen waren vor allem jüngere Menschen, insbesondere junge Männer, oft auch Menschen im Homeoffice, erklärt Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin an der TUM und einer der Macher der Studie.

Bewegungsmangel

Weniger Sport, weniger Bewegung - mehr als die Hälfte der Befragten hat angegeben, weniger aktiv zu sein, mangels Gelegenheit im Alltag und auch weil die Sportstätten geschlossen sind.

Zuhause im Homeoffice ist dann der Weg zum Kühlschrank nicht weit, so Prof. Hauner. Oft wurde auch aus Langeweile gegessen: "Wenn man zuhause sitzt und wenig Ansprache hat oder wenig Reize hat, dann ist das naheliegend", erklärt Hauner.

Frust-Essen

Überraschend viele, nämlich rund 70 Prozent der Befragten, haben auch zugegeben, dass sie sich durch die Corona-Maßnahmen belastet fühlen. Das hat sich auch auf ihre Ernährung ausgewirkt. Denn gerade jene, die sich seelisch gestresst fühlten, haben häufig mehr gegessen, um sich abzulenken, um sich zu belohnen, so Prof. Hauner, und vor allem wurde auch ungesünder gegessen, zum Beispiel Süßigkeiten, Fastfood, zuckerhaltige Getränke.

Zurück zur Normalität

Die überflüssigen Pfunde müssen jetzt wieder abtrainiert werden. Der Sommer mag uns dabei mit schönem Wetter unterstützen. Und auch die Nach-Homeoffice-Zeit wird erst einmal nicht ganz einfach, sagt Renate Oberhoffer-Fritz, Professorin für Präventive Pädiatrie an der TUM und Macher der Studie: "Wenn man sich jetzt gewöhnt hat, vom Bett an den Arbeitstisch zu gehen, dann muss man diese Gewohnheit einfach wieder ändern. Es dauert so vier bis sechs Wochen bis man einen anderen Rhythmus gefunden hat und den auch beibehält."

Die gute Nachricht

Immerhin haben rund 60 Prozent der Befragten angegeben, dass sich ihr Ernährungsverhalten in der Corona-Pandemie nicht verändert an. Die Mehrheit hat nicht zugenommen.


Auch Thema auf SR 1 am 10.06.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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