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Wie funktioniert ein Lolli-Test?

  15.09.2021 | 14:05 Uhr

An sechs Grundschulen und Kitas im Saarland werden derzeit PCR-Lolli-Test erprobt. Sollten dabei gute Erfahrungen gesammelt werden, könnten diese flächendeckend eingesetzt werden, stellt die Landesregierung in Aussicht. Wie funktioniert ein Lolli-Test?

Zuverlässig und einfacher für Anwendung bei Kindern

Nach Aussage des RKI kann mithilfe der Lolli-Tests eine mittlere und hohe Viruslast "sehr sicher" erkannt werden. Anders als Schnelltests sind diese Lolli-Tests keine Antigen-Tests, sondern aufwändige PCR-Tests. Damit lässt sich deutlich zuverlässiger feststellen, ob eine Corona-Infektion vorliegt oder nicht.

Was sind Lolli-Tests?

Der Lolli-Test heißt so, weil das Test-Stäbchen wie ein Lolli im Mund gelutscht wird. Unter einem Lolli kann sich jedes Kind etwas vorstellen. Zudem lässt sich dieser Test ganz einfach anwenden und er ist nicht so unangenehm wie Tests im Rachen oder in der Nase.

Wie funktioniert ein Lolli-Test?

Pilotprojekt: Lolli-Tests in der Erprobung
Audio [SR 1, (c) Marc-André Kruppa, 10.09.2021, Länge: 01:38 Min.]
Pilotprojekt: Lolli-Tests in der Erprobung
An ausgewählten Grundschulen und Kitas im Saarland werden derzeit PCR-Lolli-Test erprobt. Sollten dabei gute Erfahrungen gesammelt werden, könnten diese flächendeckend eingesetzt werden, stellt die Landesregierung in Aussicht. Unser Reporter Marc-André Kruppa war in der Grundschule Hasborn und hat sich erklären lassen, wie so ein Lolli-Test funktioniert.

Die Teststäbchen sehen weniger wie ein Lolli aus, sondern mehr wie ein verlängertes Wattestäbchen. Jedes Kind lutscht 30 Sekunden an seinem Wattestäbchen, dem sogenannten Lolli. Diese Speichelprobe kommt dann zusammen mit den Stäbchen der anderen in ein Röhrchen, Pool genannt. Die Lutsch-Tests einer Klasse kommen also alle in einen gemeinsamen Pool.

Dieser Behälter wird dann an ein Labor in Trier geschickt. Dort wird die Probe nun mit einem PCR-Test auf das Coronavirus untersucht. Bis zu 25 Speichelproben können gemeinsam ausgewertet werden. Es handelt sich dabei nicht um einen Antigen-Schnelltest, sondern um einen PCR-Test. Der ist genauer, dafür dauert es länger, bis das Ergebnis vorliegt. Dieses Ergebnis erfährt die Schule erst gegen 18 Uhr, erklärt Petra Meier-Ziemiak, die Schulleiterin der Grundschhule in Hasborn. Und dann kann es noch stressig werden, denn:

  • Bei einem negativen Test hat sich kein Kind mit dem Coronavirus angesteckt.

  • Bei einem positiven Test hat sich mindestens ein Kind mit dem Coronavirus angesteckt.

Und dann muss die Schule schnell und kurzfristig reagieren: Das heißt, die Kinder werden am nächsten Morgen alle noch einmal einzeln getestet. Das Gesundheitsamt kommt und die Kinder dürfen an diesem Tag auch nicht in die Schule.

Testphase

Vier Wochen lang werden die Lolli-Tests nun an ausgewählten Grundschulen und Kitas getestet. Danach wird Bilanz gezogen, ob sich das Verfahren bewährt hat und flächendeckend eingeführt werden sollte.

Weitere Informationen


Vierwöchiges Pilotprojekt
An diesen Schulen und Kitas werden Lolli-Tests erprobt
Im Saarland werden ab kommender Woche PCR-Lolli-Tests an Grundschulen und Kitas erprobt. An dem vierwöchigen Modellprojekt nehmen sechs Grundschulen und sechs Kitas teil. An allen anderen saarländischen Schulen gilt weiterhin die Testpflicht mit Schnelltests.

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