Positiver Covid-19-Schnelltest auf einem Impfpass (Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer)

Impfdurchbruch: Infektion trotz Impfung

  12.11.2021 | 00:00 Uhr

Wer gegen Corona geimpft ist, der ist geschützt, aber nicht immun. Das bedeutet: Auch Geimpfte können sich mit Corona infizieren. Warum das so ist, erklärt der Virologe Dr. Jürgen Rissland.

Geimpft, aber trotzdem Corona-positiv - das kommt inzwischen sehr viel häufiger vor. "Impfdurchbruch" nennt man das, was manche dann am Nutzen der Impfung zweifeln lässt.

In Köln wurde am 11. November Karneval-Beginn gefeiert. Die Bilder der eng aneinander gedrängten Feiernden sorgten teilweise für großes Unverständnis. Jessica Ziegler hat mit dem Homburger Virologen Dr. Jürgen Rissland über die aktuelle Corona-Situation und Impf-Durchbrüche gesprochen.

Doch solche Impfdurchbrüche waren zu erwarten. Denn eine Corona-Impfung schützt nicht vor einer Ansteckung, nur vor einem schweren Verlauf der Erkrankung. Das liegt daran, dass der Impfstoff an einer Stelle ansetzt, an der er die Ansteckung gar nicht verhindern kann.

Der Homburger Virologe Dr. Jürgen Rissland erklärt das folgendermaßen: Die Infektion findet in unseren Atemwegen statt. Der Impfstoff wird aber intramuskulär gespritzt. Durch ihn baut sich dann quasi eine Schutzmauer auf, hinter der sich eine Art Antikörper-Antwort bildet, die dann vor einem komplizierten Krankheitsverlauf bewahrt, aber nicht vor der primären Infektion.

"Wenn wir den Impfstoff per Aerosol einnehmen würden wie beispielsweise andere Wirkstoffe, dann wäre das eine Möglichkeit", so Dr. Rissland, "aber der Impfstoff wird in den Muskel injiziert, deswegen ist er, wenn man so will, nicht an der richtigen Stelle, um Infektionen zu verhindern."

Das bedeutet, dass auch eine Booster-Impfung keine Impfdurchbrüche verhindern kann.

Das Risiko für einen Impfdurchbruch hängt von ähnlichen Faktoren ab wie bei Ungeimpften: von der Menge an Fällen im Umfeld, von der Kontaktintensität und von der Kontaktdauer, erklärt Dr. Rissland. Das heißt, mit je mehr Menschen man zusammen ist und je länger dem so ist, desto größer ist auch das Risiko, dass man auf Infizierte trifft und selbst infiziert werden kann. Die Frage, wie alt oder jung man ist, spielt weniger eine Rolle.

Das heißt: Auch jeder Geimpfte kann sich anstecken. Die Impfung senkt jedoch die Viruslast. Das verhindert wiederum die Ansteckung anderer und senkt auch das Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf.

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Auch Thema auf SR 1 am 12.11.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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