Feier im Garten (Foto: imago/Westend61)

Feiern in Corona-Zeiten

  21.08.2020 | 17:58 Uhr

Feste feiern in Corona-Zeiten ist für jeden Gastgeber eine Herausforderung. Alexander Birk vom Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken rät, auch bei privaten Feiern auf die Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen zu achten.

Warum sind private Feiern so riskant?

Es ist verständlich, dass die Leute nach monatelanger Einschränkung feiern wollen, aber es sind auch unter anderem die privaten Feiern, bei denen das Infektionsrisiko sehr hoch ist. Je mehr Teilnehmer auf einer Feier anwesend sind, so Alexander Birk vom Gesundheitsamt Saarbrücken, desto höher ist natürlich das Übertragungsrisiko. Und je enger der Raum ist, auf dem sich diese Gäste bewegen, desto höher ist auch hier die Gefahr, dass es zu einer Infektion kommen kann.

Veranstaltungen im Außenbereich unter freiem Himmel sind natürlich weniger riskant. In geschlossenen Räumen herrscht dagegen eine deutlich kritischere Situation. Daher gilt, so Birk, je geringer die sozialen Kontakte und je höher die Schutzmaßnahmen, desto weniger Personen können sich anstecken.

Im Kontakt mit den nächsten Verwandten ist es kaum möglich, den 1,5-Meter-Abstand einzuhalten. Anders sieht es bei größeren Familienfeiern aus. Je entfernter der Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsgrad, desto mehr sollte man auch Wert auf die Abstandsregeln legen, rät Birk.

Auch bei privaten Feiern besser im kleinen Rahmen bleiben
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Auch bei privaten Feiern besser im kleinen Rahmen bleiben
rät Alexander Birk vom Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken

Feiern ja, aber mit Einschränkungen

Eine gelungene Feier oder Veranstaltung ist in Corona-Zeiten mit vielen Auflagen verbunden. Man muss zahlreiche Punkte beachten. Entsprechend der Verordnung sind private Zusammenkünfte mit mehr als 20 Personen der Ortspolizeibehörde anzuzeigen.

Dabei sind besondere infektionsschutzrechtliche Auflagen zu beachten, der Mindestabstand von eineinhalb Metern muss eingehalten werden und die vollständige Kontaktnachverfolgung muss gewährleistet sein.

Einheitliche Vorgaben für Feiern gefordert

Einheitliche Regeln für Feste
Feiern mit klarem Limit

Je mehr Leute zusammenkommen und je weniger Schutzmaßnahmen angewandt werden, desto mehr Menschen werden angesteckt und desto steiler wächst die Kurve. Und damit steigt auch die Gefahr, dass die Gesundheitsämter die Ketten nicht unterbrechen können. Mit dem Ergebnis, dass das Gesundheitssystem Gefahr läuft, überlastet zu werden. Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert deshalb bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Partys, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften.


Weitere Informationen

Stufenplan außer Kraft gesetzt
Vorerst keine weiteren Corona-Lockerungen im Saarland
Wegen der steigenden Zahl neuer Coronainfektionen im Saarland wird es vorerst keine weiteren Lockerungen geben. Der saarländische Ministerrat hat den Stufenplan für mehr Teilnehmer bei Veranstaltungen außer Kraft gesetzt. Ministerpräsident Hans rief die Saarländer dazu auf, sich weiterhin an die Regeln zu halten.


Auch Thema auf SR 1 am 21.08.2020 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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