Corona-Warn-App (Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Was man über die Corona-Warn-App wissen muss

  16.06.2020 | 00:00 Uhr

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist jetzt freigeschaltet und kann in den Stores von Apple und Google heruntergeladen werden. Die Nutzung der App ist jedoch freiwillig.

SR 1-Reporter Dominik Lauck verrät, in welchen Fällen die App nicht funktioniert wie sie soll und wie die App mit dem Datenschutz umgeht.
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SR 1-Reporter Dominik Lauck verrät, in welchen Fällen die App nicht funktioniert wie sie soll und wie die App mit dem Datenschutz umgeht.

Mithilfe des Kurzstreckenfunks Bluetooth misst die App, ob sich Anwender länger als 15 Minuten näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Wird ein Nutzer später positiv auf Covid-19 getestet, kann dies schnell allen betroffenen Nutzern der App mitgeteilt werden.

Hundertprozentig genau ist die App dabei jedoch nicht. Befindet sich beispielsweise eine Glasscheibe oder Plastikabtrennung zwischen zwei Nutzern, sind diese vor Infektionen geschützt. Die App würde im Falle trotzdem Alarm schlagen.

Zudem kann es passieren, dass die App andere Geräte innerhalb von zwei Metern nicht erkennt, wenn zwei Personen die Smartphones auf der jeweils abgewandten Körperseite tragen, da das Signal möglicherweise nicht durch die Körper geht.

Datenschutz gewährleistet

Klaus Müller von der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. beantwortet im Gespräch mit SR 1 Moderatorin Verena Sierra häufig gestellte Fragen zur Corona-Warn-App
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Klaus Müller von der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. beantwortet im Gespräch mit SR 1 Moderatorin Verena Sierra häufig gestellte Fragen zur Corona-Warn-App

Ein Ortungsdienst wird bei der App nicht benutzt und auch Bewegungen werden nicht gespeichert. Bei der Funktionsweise der App sind diese Informationen irrelevant, da nur informiert werden soll, dass man sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten hat, und nicht wo das war. Die App wertet also keine Geodaten oder ortsbezogene Informationen aus.

Im Falle einer Infizierung mit Covid-19 ist es dem Nutzer selbst überlassen, dies der App und damit den anderen Nutzern mitzuteilen. Auch diese Informationen sind dann anonym. Daten über die infizierte Person werden nicht erfasst und weitergegeben.

Experten bislang zufrieden

Bei Datenschützern und Sicherheits-Experten kommt die App gut an. Auch in der Medizin hofft man auf Vorteile bei der Bekämpfung von Corona-Infektionsketten. Durch die App will man schneller sein, das heißt die Kontaktpersonen schneller finden und erreichen, Ausbrüche schneller erkennen und eindämmen können, so der Virologe Dr. Jürgen Rissland vom Uniklinikum in Homburg.

Dafür ist es jedoch wichtig, so Rissland, dass zum einen möglichst viele Menschen die App nutzen, und zum anderen diejenigen, die positiv getestet werden, diese Information dann auch weitergeben; auch deren Kontaktpersonen müssen sich dann als solche zu erkennen geben, wenn die App ihren Zweck erfüllen soll.


Weitere Informationen

Tracing per Bluetooth
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Nach der App-Warnung zum Corona-Test
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Bereits wenige Stunden nach der offiziellen Vorstellung ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung alleine aus dem Google-Store mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden. Bei Datenschützern und IT-Sicherheitsexperten kommt sie gut weg. Der Homburger Virologe Rissland hofft darauf, dass viele die App installieren.


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Auch Thema in den Sendungen von SR 1 am 16. und 17.06.2010

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