Logo  ChatGPT  (Foto: picture alliance / NurPhoto | Jonathan Raa)

Riesiger Hype um ChatGPT

  02.02.2023 | 06:43 Uhr

ChatGPT ist ein fortschrittlicher Chat-Bot, der menschenähnlich kommuniziert und schnell Antworten auf Fragen liefert. Ist ChatGPT eine Gefahr für Lehre und Unterricht? Und wie gut ist der Chatbot wirklich?

Der Chat-Bot GPT „Generative Pre-training Transformer“ des kalifornischen KI-Forschungslabors OpenAI ist eine Art künstliche Intelligenz, eine Software, die menschenähnlich kommunizieren kann. Das sorgt derzeit für viel Aufsehen.

Hype um ChatGPT

Das Programm gibt es kostenlos im Netz unter https://chat.openai.com . Einfach registrieren und schon kann man es nutzen. In ein Chat-Fenster schreibt man seine Frage oder seine Aufgabe und bekommt in kurzer Zeit das Ergebnis.

Was kann ChatGPT?
Audio [SR 1, (c) SR 1, 24.01.2023, Länge: 04:31 Min.]
Was kann ChatGPT?

Im Vergleich zu früheren Chat-Bots ist bei ChatGPT eine normale Unterhaltung möglich. Auf Fragen werden sehr schnell passende Textantworten geliefert. Und die unterscheiden sich kaum noch von Texten, die Menschen geschrieben haben.

Die Software wurde mit gewaltigen Mengen von Informationen trainiert und kann dadurch überzeugend von Menschen geschriebene Texte imitieren. Geburtstagskarten, Gedichte, Liebesbriefe, Essays - solche Texte liefert ChatGPT im Nu.

Noch ist die Software aber nicht perfekt. Auf aktuelles Wissen nach 2021 kann sie noch nicht zugreifen. Auch bei Daten aus der Weltgeschichte sollte man vorsichtig sein und die Angaben im Text von ChatGPT besser noch mal überprüfen, rät Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken.

Für Karger könnte ChatGPT allerdings Google deutlich Konkurrenz machen, eines Tages vielleicht sogar ablösen, das "würde bedeuten, dass aus einer Suchmaschine eine Antwortmaschine wird", so Karger.

An Schulen noch kein Problem

Kritiker geben zu bedenken, dass die Software Vorurteile und Fehler verbreiten könnte, die sich aus ihrer Datenbasis ergeben. Microsoft betont, man gehe verantwortungsvoll an Innovationen bei künstlicher Intelligenz heran. GPT sollte dementsprechend verantwortungsbewusst und ethisch eingesetzt werden.

Manche sehen auch die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler oder auch Studierende ChatGPT als schnelle und einfache Quelle nutzen, um Hausaufgaben, Aufsätze und Referate zu erstellen. Eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem Thema fände auf diese Weise nicht stattfindet.

Derzeit sei ChatGPT an den saarländischen Schulen aber noch kein Problem, meint der Vorsitzende des saarländischen Philologenverbandes, Marcus Hahn. Als Lehrer wisse man, wie seine Schüler denken und schreiben. Je besser die KI sei, umso leichter lasse sich daher deren Text von dem der Schüler unterscheiden. Auch der saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband ((SLLV)) hat bislang keine Schwierigkeiten festgestellt.

Zudem lasse sich die Leistung immer noch auf einem ganz traditionellen Weg überprüfen: Bei einer mündlichen Prüfung helfe auch kein Chat-Bot, meint Reinhard Karger vom DFKI.

Weitere Informationen

tagesschau.de
Chatbot und Künstliche Intelligenz : Was kann ChatGPT?
E-Mails schreiben, Bewerbungen und Aufsätze über Goethe - all das macht der Chatbot ChatGPT. Das Unternehmen dahinter könnte bald zu einem der wertvollsten Start-ups der Welt aufsteigen. Doch es gibt auch viel Kritik.


Auch Thema am 24.01.2023 in der Sendung 'SR 1 - Die Morningshow'.

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